Adobe Substance 3D und Unreal Engine visualisieren Concept Car in Echtzeit

Adobe hat mit dem Spotlight-Beitrag „Building a better car with Adobe Substance 3D and Unreal Engine“ gezeigt, wie eine komplette Echtzeit-Materialpipeline zwischen Substance 3D und der Unreal Engine in der Praxis aussieht. Im Zentrum steht der digitale Concept Car X-TAON, den Substance 3D bereits 2018 als fiktives Fahrzeug entworfen hatte, um die eigene Materialbibliothek für den Automotive-Bereich zu demonstrieren. Mittlerweile umfasst diese Bibliothek mehr als 900 einsatzbereite Automotive-Materialien. Unreal Engine 5.

Für eine Neuauflage des X-TAON schrieb Substance 3D 2022 einen Design-Wettbewerb aus. Den Zuschlag erhielt der Umgebungskünstler Ronan Mahon, der zuvor unter anderem bei Free Radical Design, Rebellion Developments und Rocksteady Studios an Titeln wie der Batman: Arkham-Reihe und Suicide Squad: Kill the Justice League gearbeitet hat. Mahon übernahm die komplette Neugestaltung von Lack, Materialien und Interieur des Fahrzeugs und setzte dabei konsequent auf die Unreal Engine als Echtzeit-Ausgabe.

Am Exterieur arbeitete Mahon eng mit zwei Substance-3D-Mitarbeitern zusammen: Anais Lamelliere, verantwortlich für Farbe, Material und Oberflächenfinish, sowie Nicolas Paulhac, Head of 3D Content bei Adobe und einer der ursprünglichen Entwickler des X-TAON. Das Interieur entstand größtenteils in Eigenregie. Für das begleitende Umgebungsvideo, eine nächtliche Stadtszene mit Neon-Tunneln, kam das Plugin Substance in Unreal zum Einsatz, über das sich Materialien aus der Substance-3D-Assets-Bibliothek direkt in die laden lassen.

Für die Bildqualität setzte das Team auf Raytracing-Reflexionen, globale Beleuchtung und Ambient Occlusion, berechnet auf einer Nvidia RTX 3090. Der Schnitt der finalen Sequenzen lief über den Sequencer der Unreal Engine, das Rendering übernahm die Movie Render Queue. Ein zentraler Vorteil des Workflows war laut Mahon der sogenannte Auto Reimporter: Änderungen an Materialien, die in Substance 3D Painter vorgenommen wurden, erschienen nahezu in Echtzeit in der Unreal Engine. Dadurch ließen sich kurzfristige Änderungen an der kreativen Ausrichtung umsetzen, ohne aufwendige Neu-Renderings anzustoßen.

Mahon brachte zudem ein eigenes Werkzeug in das Projekt ein: Sein kostenloses Unreal-Engine-Tool Decal Designer, das zuvor bereits in einem Marketplace Showcase von Epic Games vorgestellt wurde, kam bei der Detailausarbeitung der Fahrzeugoberfläche zum Einsatz. Der Artikel ordnet das Projekt in einen größeren Trend ein: Echtzeit-Iteration bei Color-Material-Finish-Entscheidungen (CMF) im Automotive-Design und in der Virtual Production allgemein, bei der sich Änderungen sofort im fertigen Bild beurteilen lassen, statt auf lange Offline-Renderings warten zu müssen.

Für Entwicklerinnen und Entwickler, die mit der Unreal Engine an visuell anspruchsvollen Projekten arbeiten, liefert das Fahrzeugprojekt ein konkretes Beispiel dafür, wie sich Content-Creation-Werkzeuge außerhalb der Spieleentwicklung, etwa aus dem Design- und Automotive-Bereich, in dieselbe Engine-Pipeline integrieren lassen, die auch für Spiele genutzt wird.

X-TAON Concept Car, gerendert mit Substance 3D und Unreal Engine

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