Activision Blizzard und King haben im Mai 2022 das Diversity Space Tool vorgestellt. Das Werkzeug soll Entwicklerteams dabei unterstützen, die Vielfalt von Figuren und Besetzungen anhand verschiedener Merkmale zu betrachten. Activision Blizzard beschrieb das Tool in einem eigenen Beitrag als freiwillige Ergänzung für die Konzeptphase von Spielen.
Messhilfe statt verbindlicher Vorgabe
Das von King in Zusammenarbeit mit dem MIT Game Lab entwickelte Werkzeug ordnet Figuren nach Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter, Körperform und sexueller Orientierung ein. Die Darstellung sollte Teams helfen, über ihre Entwürfe zu sprechen und mögliche Lücken in einer Figurenbesetzung früh zu erkennen. Activision Blizzard stellte später klar, dass es sich um einen Prototyp handelt, der nicht verbindlich für die aktive Spieleproduktion eingesetzt wird.
Die Veröffentlichung löste Kritik aus, weil die grafische Darstellung den Eindruck eines Punktesystems für persönliche Eigenschaften erweckte. Mehrere Medien berichteten über die Reaktionen und die anschließende Überarbeitung des ursprünglichen Beitrags. Die Kontroverse betraf damit sowohl die Absicht des Werkzeugs als auch die Frage, ob sich komplexe Repräsentation in standardisierte Kategorien und Zahlenwerte übersetzen lässt.
Einsatz in der Spieleentwicklung
Nach Angaben von King entstand die Anwendung als internes Projekt und sollte keine kreativen Entscheidungen ersetzen. Entwicklerteams sollten sie optional nutzen können, um über Figurenkonzepte und die Zusammensetzung eines Casts zu sprechen. Welche Rolle das Diversity Space Tool in konkreten Produktionen von Activision Blizzard spielen würde, blieb nach der Klarstellung offen.
