Das kalifornische Civil Rights Department (CRD) hat am 15. Dezember 2023 einen Vergleich über rund 54 Millionen US-Dollar mit Activision Blizzard bekannt gegeben. Die Behörde hieß früher Department of Fair Employment and Housing (DFEH). Mit der Einigung endet ein Verfahren, das 2021 wegen mutmaßlicher geschlechtsbezogener Diskriminierung am Arbeitsplatz angestoßen worden war. Der Publisher von Call of Duty, Overwatch und World of Warcraft räumt dabei keine Rechtsverstöße ein.
Wer Geld bekommt und wofür
Von der Gesamtsumme gehen 45,75 Millionen US-Dollar in einen Entschädigungsfonds für betroffene Beschäftigte. Anspruch haben Frauen, die zwischen dem 12. Oktober 2015 und dem 31. Dezember 2020 als Angestellte oder als Vertragskräfte für Activision Blizzard in Kalifornien gearbeitet haben. Vorgeworfen wurde dem Unternehmen unter anderem, dass Frauen bei vergleichbarer Tätigkeit schlechter bezahlt und bei Beförderungen übergangen wurden. Hinzu kamen weitere Formen geschlechtsbezogener Benachteiligung. Am 21. Dezember 2023 reichte das CRD beim Los Angeles County Superior Court ein vorgeschlagenes Consent Decree ein, damit das Gericht die Genehmigung prüfen konnte.
Auflagen, ein zurückgezogener Vorwurf und der Microsoft-Deal
Neben der Zahlung muss Activision Blizzard seine Praxis bei Vergütung und Beförderungen anpassen. Externe Berater sollen die Abläufe prüfen. Auffällig ist eine Passage im Vergleichstext: Weder ein Gericht noch eine unabhängige Untersuchung habe Vorwürfe systematischer oder weit verbreiteter sexueller Belästigung im Unternehmen bestätigt. Die Behörde nahm ihre ursprünglichen Anschuldigungen zur sexuellen Belästigung mit der Einigung zurück. Am 17. Januar 2024 bestätigte das Gericht das Consent Decree. Nur wenige Wochen zuvor war die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft abgeschlossen worden.
