Nach Sony-Bungie-Deal: Welche Studios gelten als nächste Übernahmekandidaten?

Sony Interactive Entertainment kündigte am 31. Januar 2022 die Übernahme von Bungie an. Die offizielle Mitteilung beschreibt eine Vereinbarung zum Erwerb von 100 Prozent der Bungie-Anteile. Der Entwickler von Halo und Destiny sollte dabei als eigenständiges Studio innerhalb des Sony-Konzerns weiterarbeiten und seine Spiele auch künftig auf mehreren Plattformen anbieten.

Der Deal folgte auf eine Reihe großer Transaktionen im Games-Markt. Take-Two und Zynga hatten Anfang Januar eine Vereinbarung mit einem Unternehmenswert von rund 12,7 Milliarden US-Dollar angekündigt. Am 18. Januar folgte Microsofts geplante Übernahme von Activision Blizzard für 68,7 Milliarden US-Dollar. Die Bungie-Transaktion wurde damit Teil einer deutlich sichtbaren Konsolidierungswelle, auch wenn die genaue Kaufsumme in Sonys erster Mitteilung nicht genannt wurde.

Jim Ryan kündigt weitere Gespräche an

PlayStation-Chef Jim Ryan sagte nach der Ankündigung, dass weitere Übernahmen zu erwarten seien. Im Interview mit GamesIndustry.biz sprach Ryan von weiteren Akquisitionen und einer noch nicht abgeschlossenen Entwicklung der PlayStation-Sparte. Zugleich betonte er, Bungie solle operativ unabhängig bleiben und seine Multiplattform-Ausrichtung behalten.

Die Ankündigung knüpfte an Sonys vorherige Zukäufe an. Ein älterer Bericht über die Übernahme von Bluepoint Games zeigt, dass der Ausbau der PlayStation-Studios bereits vor dem Bungie-Vertrag lief. Der neue Deal verschob den Schwerpunkt zusätzlich auf Live-Service-Erfahrung und die Entwicklung von Spielen, die parallel auf mehreren Plattformen erscheinen können.

Geoff Keighleys Liste ist keine Kaufliste

Geoff Keighley veröffentlichte am 19. Januar eine Liste großer Spieleunternehmen mit damaligen Marktkapitalisierungen. Genannt wurden unter anderem Electronic Arts mit rund 38 Milliarden US-Dollar, Take-Two mit 18 Milliarden, Nexon und Bandai Namco mit jeweils 15 Milliarden sowie Embracer, Ubisoft, Square Enix, Capcom und Sega. Der Post beschrieb mögliche Größenordnungen, enthielt aber keinen Hinweis auf konkrete Verhandlungen.

Eine Marktkapitalisierung allein sagt daher wenig über eine mögliche Übernahme aus. Eigentümerinteressen, Finanzierung, Kartellrecht und die strategische Passung entscheiden darüber, ob aus einem theoretischen Kandidaten tatsächlich ein Kaufziel wird. Welche Studios Sony nach Bungie ansprechen könnte, blieb Anfang Februar 2022 offen.

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