Der Hersteller RingConn hat auf der IFA 2025 in Berlin vom 5. bis 9. September seine Smart-Ring-Modelle vorgestellt und dabei erstmals eine neue Blutdruckmessfunktion demonstriert. Bekannt wurde das Unternehmen zuvor vor allem durch seinen RingConn Gen 2, der auf Kickstarter mit 4,4 Millionen US-Dollar Fördervolumen und mehr als 18.000 Unterstützern einen Kategorie-Rekord für Wearables aufgestellt hat, wie aus der Kickstarter-Kampagne hervorgeht.

Der Ring ist je nach Größe ab 2 Millimeter dünn und wiegt ab 2 Gramm, die Akkulaufzeit liegt laut Hersteller bei 10 bis 12 Tagen. Über PPG-Sensorik mit Infrarot-Technik misst das Gerät Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Blutsauerstoffsättigung (SpO2) alle 2,5 Minuten. Unabhängige Tests attestieren der Messgenauigkeit ein Niveau, das mit medizinischen Geräten vergleichbar sei. Ergänzt wird das Paket durch Schlaf-Tracking mit Schlafapnoe-Erkennung, für die RingConn eine Genauigkeit von 90,7 Prozent angibt, ein Merkmal, das die meisten Smartwatches bislang nicht bieten. Die zugehörige App ist kostenlos nutzbar, ein Abonnement ist nicht erforderlich, Daten lassen sich mit Apple Health und Google Fit synchronisieren.
IFA-Neuheit: Blutdruckmessung ohne Manschette
Auf der IFA 2025 zeigte RingConn erstmals eine Demo seiner kommenden Blutdruckmessfunktion, wie das Unternehmen in einer Mitteilung zur Messe bekannt gab. Nach einer einmaligen Kalibrierung alle 28 Tage soll der Ring täglich Blutdruckwerte direkt am Finger erfassen, ganz ohne die klassische Manschette. Im Gegensatz zu punktuellen Messungen mit herkömmlichen Geräten lassen sich damit auch Muster über einen längeren Zeitraum verfolgen, etwa nächtliche Schwankungen oder der sogenannte Weißkitteleffekt, bei dem der Blutdruck allein durch die Messsituation beim Arzt ansteigt.
Die Funktion befindet sich laut RingConn noch im Beta-Stadium, das Unternehmen kündigte ein offenes Testprogramm für interessierte Nutzer an. RingConn gibt seine weltweite Nutzerbasis mit über 250.000 Personen an. Auch die etablierten Modelle Gen 2 und Gen 2 Air stießen auf der Messe auf Interesse der Besucher.
Warum Gesundheitsdaten auch im eSport eine Rolle spielen
Schnelle Reaktionen und taktisches Denken allein reichen im kompetitiven Gaming auf Dauer nicht aus, wenn der Körper nicht mitspielt. Genau hier setzen die Messwerte an, die ein Smart Ring wie der RingConn liefert. Der Stress-Score, den die Ring-App in Echtzeit berechnet, kann während oder nach intensiven Ranked-Matches und Turnierpartien ein objektives Signal dafür geben, wie stark die Belastung tatsächlich war und wie viel Erholung anschließend nötig ist, unabhängig vom subjektiven Empfinden der Spielerinnen und Spieler.
Schlafqualität ist ein weiterer Faktor. eSport-Profis arbeiten häufig mit unregelmäßigen Zeitplänen, Nachtsessions vor Turnieren und Reisen über Zeitzonen hinweg gehören zum Alltag. Eine verlässliche Schlaf-Tracking-Funktion inklusive Schlafapnoe-Erkennung liefert eine Datenbasis, um Zusammenhänge zwischen Schlafqualität und Leistungsfähigkeit am nächsten Tag überhaupt erst sichtbar zu machen. Die Herzfrequenzvariabilität gilt im klassischen Leistungssport seit Jahren als Indikator für Erholungszustand und drohendes Übertraining, ein Prinzip, das sich auf Trainingsroutinen im eSport ähnlich übertragen lässt: Sinkt die HRV über mehrere Tage, deutet das auf unzureichende Erholung hin, selbst wenn die Trainingszeit am Rechner gleich bleibt.
Die neue Blutdruckmessung von RingConn ergänzt dieses Bild um einen weiteren, bislang im eSport kaum systematisch erfassten Wert. In Kombination mit Herzfrequenz, HRV, Sauerstoffsättigung und Schlafdaten entsteht so ein objektiveres Gesamtbild der körperlichen Verfassung, losgelöst von reinen Leistungsstatistiken aus dem Spiel selbst. Ob und wie Teams und Organisationen solche Wearable-Daten künftig strukturiert in ihre Trainingsplanung einbauen, bleibt vorerst offen.
