Magic Leap hat im Februar 2022 technische Details zur Magic Leap 2 veröffentlicht. Das Whitepaper des Herstellers beschreibt eine neue Optikarchitektur mit größerem Sichtfeld, kompakterem Projektor und dynamischer Dimmung. Die Präsentation von Magic Leaps Optical-Engineering-Vizepräsident Kevin Curtis ist außerdem als Konferenzbeitrag bei SPIE dokumentiert.
Die Brille richtet sich nicht mehr an den Massenmarkt, sondern an Unternehmen und professionelle Anwendungen. Magic Leap nennt als Einsatzbereiche unter anderem kollaborative 3D-Modelle, medizinische Visualisierungen, Wartung und die Darstellung von Daten im Raum.
70 Grad Sichtfeld bei halbem Volumen
Laut dem Whitepaper erreicht die Magic Leap 2 ein diagonales Sichtfeld von 70 Grad. Gegenüber der ersten Generation soll sich das Sichtfeld verdoppeln, während das Volumen des Projektors um die Hälfte sinkt. Für die Bilddarstellung nennt Magic Leap eine Helligkeit zwischen 20 und 2.000 Nits sowie eine zwölfmal höhere Effizienz im Vergleich zur Magic Leap 1.
Die neue Projektorarchitektur basiert auf einer LCoS-Lösung, die Magic Leap für die Anforderungen an Größe, Energieverbrauch und Bildqualität angepasst hat. Die dazugehörige Wellenleiteroptik verwendet eine 2D-Pupillenerweiterung und soll ein großes Sichtfeld mit gleichmäßiger Darstellung verbinden.
Dynamische Dimmung für helle Umgebungen
Ein Schwerpunkt der Magic Leap 2 ist die dynamische Dimmung der Umgebung. Das System kann entweder das gesamte Sichtfeld abdunkeln oder nur den Bereich hinter virtuellen Inhalten. Dadurch sollen digitale Elemente auch in hellen Räumen und im Freien besser erkennbar bleiben. Die segmentierte Dimmung ermöglicht außerdem die Darstellung schwarzer Bereiche, die bei transparenten AR-Displays ohne zusätzliche Abdunklung nicht vollständig sichtbar wären.
Für die Darstellung aus kurzer und großer Entfernung setzt Magic Leap auf Augenverfolgung, automatische Kalibrierung und eine einzelne Bildebene. Der Hersteller nennt einen Bereich von 37 Zentimetern bis unendlich. Das System soll dadurch Fehlstellungen zwischen beiden Augen ausgleichen und die Nutzung über längere Zeit angenehmer machen.
Fertigung für Unternehmenseinsatz
Magic Leap beschreibt im Whitepaper außerdem eine eigene Fertigung für die transparenten Wellenleiter. Das Unternehmen will damit die optischen Bauteile in größeren Stückzahlen reproduzieren und die Qualität über automatisierte Prüfverfahren kontrollieren. Die technischen Angaben stammen aus der Herstellerdokumentation und sind daher als Zielwerte der Magic Leap 2 zu verstehen, nicht als unabhängiger Praxistest.
Die Magic Leap 2 wurde als Plattform für industrielle AR-Anwendungen entwickelt. Im Vergleich zur HoloLens 2 Developer Edition setzt Magic Leap damit auf ein ähnliches Geschäftsumfeld, verfolgt bei Optik, Sichtfeld und Abdunklung aber einen eigenen technischen Ansatz.
