SAG-AFTRA: Mehr als 120 Spiele von 49 Unternehmen haben Vereinbarungen unterzeichnet

Die Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA hat am 23. Oktober 2024 mitgeteilt, dass inzwischen mehr als 120 Spiele von 49 Unternehmen ihre gestaffelten Budget- oder Interimsvereinbarungen unterzeichnet haben. Die Mitteilung kam einen Tag, bevor die Gewerkschaft die Verhandlungen mit der Spielebranche wieder aufnehmen wollte.

Streit um KI-Schutzklauseln seit Sommer 2024

Kernpunkt des Streits ist laut SAG-AFTRA weiterhin die Forderung nach Zustimmung, Vergütung und Transparenz beim Einsatz von künstlicher Intelligenz für alle Mitglieder, die unter den Vertrag fallen. Die Gewerkschaft war Ende Juli 2024 in einen Streik in der Videospielbranche getreten, nachdem mit der Verhandlungsgruppe keine Einigung über Rechte und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit KI erzielt worden war. Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Activision, Blindlight, Disney Character Voices, Electronic Arts, Formosa Interactive, Insomniac Games, Llama Productions, Take-Two und WB Games.

Bereits im September 2024 hatte SAG-AFTRA Vereinbarungen mit den Verantwortlichen hinter 80 damals in Entwicklung befindlichen Spielen vorgelegt. Die jetzt genannten 120 Spiele bei 49 Unternehmen zeigen, dass die Zahl der Studios, die abseits der großen Verhandlungsgruppe eigene Abkommen abschließen, seit dem Sommer stetig gewachsen ist.

Gewerkschaftsführung sieht Bestätigung ihrer Position

Die Vorsitzende des Verhandlungsausschusses für das Interactive Media Agreement, Sarah Elmaleh, erklärte, humane Schutzmaßnahmen gegen den Missbrauch von KI seien keine unangemessene Forderung. Der Erfolg der bereits unterzeichneten Verträge zeige, dass die meisten Unternehmen dieser Einschätzung zustimmten. Viele Firmen seien bereit, grundlegende ethische Leitlinien zum Einsatz von KI zu akzeptieren, um weiterhin mit professionellen Darstellerinnen und Darstellern zusammenzuarbeiten.

SAG-AFTRAs geschäftsführender Direktor und Chefverhandler Duncan Crabtree-Ireland sprach von mehr als 120 unterzeichneten Verträgen ohne Anzeichen einer Verlangsamung. Für den Verhandlungstermin am 24. Oktober äußerte er die Hoffnung auf eine Einigung beim Interactive Media Agreement. Sollte das nicht gelingen, werde die Gewerkschaft weiter mit den Unternehmen zusammenarbeiten, die zu fairen und verantwortungsvollen Vertragsbedingungen bereit seien, einschließlich klarer Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz.

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