Nintendo hat am 27. April 2018 die konsolidierten Geschäftszahlen für das am 31. März 2018 beendete Geschäftsjahr vorgelegt und damit das erste vollständige Vertriebsjahr der Nintendo Switch dokumentiert. Im Geschäftsjahr selbst verkaufte das Unternehmen 15,05 Millionen Switch-Konsolen. Die kumulierte Auslieferung seit dem Marktstart im März 2017 lag zum Stichtag 31. März 2018 damit bei 17,79 Millionen Einheiten. Die zugehörige Software erreichte einen Absatz von 63,51 Millionen Einheiten. Der Nettoumsatz stieg von 489,0 Milliarden Yen im Vorjahr auf 1.055,6 Milliarden Yen, eine Zunahme um 566,5 Milliarden Yen und damit mehr als eine Verdopplung.
First-Party-Software als Umsatztreiber
Die Softwareverkäufe wurden maßgeblich von eigenen Marken getragen. Super Mario Odyssey verkaufte sich laut Nintendo mit 10,41 Millionen Einheiten am häufigsten, gefolgt von Mario Kart 8 Deluxe mit 9,22 Millionen und Splatoon 2 mit 6,02 Millionen Einheiten. Insgesamt erreichten im Geschäftsjahr zwölf Switch-Titel die Marke von einer Million verkaufter Exemplare, einschließlich Veröffentlichungen von Drittanbietern. Aus dem Verhältnis von 63,51 Millionen verkauften Software-Einheiten zu 15,05 Millionen im selben Zeitraum abgesetzten Konsolen ergibt sich eine Attach-Rate von rund 4,2 Titeln je verkaufter Hardware-Einheit. Das digitale Geschäft trug mit kombinierten Erlösen von 60,8 Milliarden Yen zum Ergebnis bei. Digitale Vollversionen und Zusatzinhalte für die Switch benennt Nintendo als wesentlichen Wachstumsfaktor, ohne eine genaue Aufschlüsselung zu veröffentlichen.
Auch die Altplattform Nintendo 3DS trug zum Ergebnis bei. Die Hardware kam im Geschäftsjahr auf 6,40 Millionen abgesetzte Einheiten, die Software auf 35,64 Millionen, wobei Pokémon Ultrasonne und Ultramond mit 7,51 Millionen Einheiten die meistverkauften 3DS-Titel des Zeitraums waren. Der Bruttogewinn stieg um 102,9 Prozent auf 403,5 Milliarden Yen. Die Bruttomarge sank jedoch von 40,7 auf 38,2 Prozent, da der Anteil margenschwächerer Hardware am Gesamtumsatz durch den starken Switch-Absatz zunahm.
Vollpreis gegen Abo-Modell
Das Geschäftsmodell beruht auf dem Einzelverkauf eigener Software zum Vollpreis, gestützt durch eine hohe Attach-Rate und langlebige Titel. Damit unterscheidet es sich strukturell von Microsofts Ansatz, dessen Xbox-Strategie zunehmend auf das Abonnement Game Pass mit gebündeltem Zugriff auf einen Katalog und Day-one-Verfügbarkeit von First-Party-Titeln ausgerichtet ist. Nintendo realisiert den Wert eines Titels pro verkaufter Einheit, das Abo-Modell verteilt den Erlös über laufende monatliche Zahlungen und entkoppelt ihn vom einzelnen Spielverkauf. Wie tragfähig sich das Xbox-Geschäft über diesen Weg trägt, bleibt eine Dauerfrage. Nintendos Operating Profit stieg im Geschäftsjahr jedenfalls um 148,1 Milliarden Yen auf 177,5 Milliarden Yen.
Für das am 31. März 2019 endende Geschäftsjahr prognostizierte Nintendo einen Absatz von 20,0 Millionen Switch-Konsolen und 100,0 Millionen Software-Einheiten sowie einen Nettoumsatz von 1.200,0 Milliarden Yen. Als zentrale Initiativen nannte das Unternehmen den Start des kostenpflichtigen Dienstes Nintendo Switch Online im September 2018 sowie die Veröffentlichung weiterer eigener Titel. Die Dividende je Aktie wurde für das abgelaufene Geschäftsjahr auf 590 Yen festgelegt.
