Dell hat seine QD-OLED-Produktlinie unter der Marke Alienware verdoppelt und auf der CES am 8. Januar 2024 zwei neue Gaming-Monitore vorgestellt. Der AW3225QF ist nach Herstellerangaben der erste gekrümmte 32-Zoll-Monitor mit 4K-QD-OLED-Panel und Dolby-Vision-Unterstützung. Der Marktstart in Nordamerika erfolgte am 11. Januar 2024 zu einem Einstiegspreis von 1.199,99 US-Dollar, in den übrigen Regionen war das Gerät ab dem 6. Februar 2024 erhältlich.
Das gekrümmte QD-OLED-Panel löst mit 3840 mal 2160 Bildpunkten auf und arbeitet mit einer nativen Bildwiederholrate von 240 Hz bei einer Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden (Graustufenwechsel). Dell gibt eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.000 Nits an, dazu eine Abdeckung von 99 Prozent des DCI-P3-Farbraums sowie eine Farbabweichung von Delta E kleiner 2. Auf der Anschlussseite stehen HDMI mit 2.1-Bandbreite samt eARC/ARC sowie die Unterstützung sämtlicher VRR-Formate inklusive G-Sync-Kompatibilität bereit. Das Gehäuse besteht zu 85 Prozent aus Post-Consumer-Recycling-Kunststoff, der Standfuß zu 100 Prozent aus recyceltem Aluminium. Auf der CES 2024 wurde das Gerät als Innovation Award Honoree ausgezeichnet.
Doppelte HDR-Zertifizierung als Besonderheit
Der AW3225QF trägt zwei HDR-Kennzeichnungen. Neben der VESA-Zertifizierung DisplayHDR True Black 400 unterstützt der Monitor auch Dolby Vision. Die statische True-Black-Spezifikation bewertet primär das Schwarzverhalten selbstleuchtender Panels, während Dolby Vision ein dynamisches HDR-Format mit szenenbezogenen Metadaten ist, das Helligkeit und Tonwertkurve Bild für Bild an die Fähigkeiten des Displays anpasst. Laut Dolby liefert das Format dabei Lichter, die bis zu 40-mal heller, und Schwarzwerte, die zehnmal dunkler als bei einer Standarddarstellung ausfallen. Auf einem PC-Gaming-Monitor bleibt eine Dolby-Vision-Implementierung bislang die Ausnahme, da der Großteil der Geräte ausschließlich auf HDR10 setzt.
Relevanz für HDR-Konsolentitel
Spannend wird der Dolby-Vision-Support vor allem im Konsolenkontext. Die Xbox Series X und Series S unterstützen Dolby Vision for Gaming, womit kompatible Titel das dynamische Format direkt ausgeben können. Solche Inhalte landen sonst überwiegend an HDR-Fernsehern. Ein PC-Monitor mit nativer Dolby-Vision-Verarbeitung bringt diese Bildaufbereitung nun auf den Schreibtisch. Für Entwickler und technisch versierte Anwender, die HDR-Pipelines plattformübergreifend prüfen, reduziert ein einziges Gerät den Aufwand, da sich sowohl der HDR10-basierte PC-Workflow als auch die Dolby-Vision-Ausgabe der Konsolen an derselben Anzeige beurteilen lassen. Mit dem zweiten auf der CES 2024 vorgestellten Modell, das auf eine höhere Bildrate ausgelegt ist, erweitert Alienware die QD-OLED-Familie zusätzlich nach unten im Preisgefüge. Wie schnell sich die Hz-Spirale dreht, zeigte zuletzt Samsungs erster 500-Hz-OLED-Gaming-Monitor.