MachineGames, das zu Bethesda Softworks und damit zur ZeniMax-Gruppe gehörende Studio hinter den modernen Wolfenstein-Titeln, hat am 18. Januar 2024 im Rahmen des Xbox Developer_Direct erstmals Gameplay zu Indiana Jones and the Great Circle gezeigt. Die Präsentation umfasste mehr als 13 Minuten Spielszenen sowie Einblicke der Entwickler. Der Titel entsteht in Zusammenarbeit mit Lucasfilm Games, als ausführender Produzent fungiert Todd Howard von Bethesda Game Studios. Die kreative Leitung liegt bei Axel Torvenius, die Studioleitung bei Jerk Gustafsson. Indiana Jones erhält seine Stimme und Motion-Capture-Performance von Troy Baker, während das Erscheinungsbild auf der Ähnlichkeit von Harrison Ford basiert.
Die Handlung spielt im Jahr 1937 und ist zeitlich zwischen den Filmen Jäger des verlorenen Schatzes und Der letzte Kreuzzug angesiedelt. Indy verfolgt darin ein gestohlenes Artefakt und ein globenumspannendes Rätsel. Zum Zeitpunkt der Enthüllung nannte Xbox als Erscheinungsrahmen das Jahr 2024 für Xbox Series X und S sowie PC, ergänzt um eine Verfügbarkeit in Xbox Game Pass ab dem ersten Tag.
Hybride Perspektive zwischen First- und Third-Person
Im Zentrum der gezeigten Mechanik steht eine bewusst gewählte Kameralösung. Das Spiel wird primär aus der Egoperspektive gesteuert. Faustkämpfe, Schleichpassagen, das Lösen von Rätseln und der Umgang mit der Peitsche erscheinen dadurch unmittelbar aus Sicht der Spielfigur. Für bestimmte Aktionen wechselt das Spiel jedoch in die Verfolgerperspektive, etwa wenn Indiana Jones sich mit der Peitsche über Abgründe schwingt oder an Rohren und Wänden klettert. Auch die Zwischensequenzen nutzen die Third-Person-Ansicht. MachineGames begründet die Festlegung auf die Egoperspektive für die Kernmomente mit der höheren Intensität, die sich aus der unmittelbaren Nähe zum Geschehen ergibt. Die erste gezeigte Szene setzte mit einem im Sand verschütteten, von Gegnern umstellten Indiana Jones in Afrika ein.
Die Wahl von MachineGames als verantwortliches Studio folgt der Erfahrung des Teams mit den Wolfenstein-Titeln, die ebenfalls auf eine in der Egoperspektive verankerte Inszenierung und auf NS-Antagonisten setzen. Der Wechsel zwischen den beiden Kameramodi soll Erkundung, Nahkampf und akrobatische Fortbewegung verbinden, ohne die Spielfigur dauerhaft aus dem Bild zu nehmen.
Strategische Bedeutung etablierter Film-IPs für Xbox Game Studios
Indiana Jones and the Great Circle gilt als eines der zentralen Ergebnisse der ZeniMax-Übernahme durch Microsoft, die im März 2021 abgeschlossen wurde. Mit dem Erwerb von ZeniMax Media und damit von Bethesda Softworks samt MachineGames sicherte sich Xbox Zugriff auf laufende Projekte, zu denen auch die Arbeit an der Indiana-Jones-Lizenz zählte. Zur ZeniMax-Gruppe gehört außerdem ZeniMax Online Studios, dessen Portfolio ebenfalls Teil des Deals war. Die Indiana-Jones-Lizenz selbst entstammt einer Kooperation mit Lucasfilm Games und bindet damit eine etablierte Film-IP an das Studioportfolio von Xbox Game Studios.
Für Xbox bietet ein an Bekanntheit kaum zu überbietendes Filmfranchise einen Ansatzpunkt, um über das Kernpublikum hinaus Aufmerksamkeit zu erzeugen und den Game-Pass-Katalog mit einem Day-One-Titel zu bestücken. Renommierte Marke, ein auf actionorientierte Egoperspektiv-Titel spezialisiertes Studio und die Einbindung in den Abonnementdienst greifen hier ineinander. Welches Gewicht solche Zukäufe für das Geschäft haben, zeigte sich später auch daran, dass Activision Blizzard das Xbox-Geschäft gestützt haben soll.
Die Angaben basieren auf der offiziellen Quelle.
