Lenovo hat auf der CES 2025 am 7. Januar 2025 das Legion Go S vorgestellt und bezeichnet das Modell als weltweit erstes offiziell von Valve lizenziertes Handheld mit SteamOS. Damit kommt das Steam-Deck-Betriebssystem erstmals auf Hardware eines Drittherstellers. Das Gerät erscheint in zwei Varianten: einer Windows-11-Version sowie einer Ausführung mit vorinstalliertem SteamOS, die in direkte Konkurrenz zu Valves eigenem Steam Deck tritt.
Technische Eckdaten und Konfigurationen
Das Legion Go S setzt auf ein 8 Zoll großes WUXGA-Display im Format 16:10 mit einer Auflösung von 1920 mal 1200 Bildpunkten und einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Als Prozessor kommt der zunächst exklusiv für Lenovos Legion-Go-Reihe verfügbare AMD Ryzen Z2 Go zum Einsatz, alternativ steht der leistungsstärkere AMD Ryzen Z1 Extreme zur Wahl. Im Gegensatz zu mehreren Mitbewerbern behält Lenovo analoge Sticks mit Hall-Effekt-Sensoren bei, die einem mechanischen Verschleiß und dem damit verbundenen Stick-Drift entgegenwirken sollen.
Die SteamOS-Ausführung startet laut Lenovo bei 499,99 US-Dollar, während die Windows-11-Variante ab 599,99 US-Dollar beginnt. Höher ausgestattete Konfigurationen liegen darüber. Eine Windows-Version mit Ryzen Z2 Go, 32 GByte Arbeitsspeicher und 1 TByte Speicher ist mit 729,99 US-Dollar gelistet. Die Basispreise beziehen sich jeweils auf Modelle mit geringerer Speicherausstattung.
Verfügbarkeit und Marktumfeld
Die Windows-11-Modelle des Legion Go S sollen zuerst ab Januar 2025 in den Handel kommen. Die SteamOS-Ausführungen folgen nach Lenovos Angaben erst im Mai 2025. Mit der Lizenzierung von SteamOS an einen externen Hersteller öffnet Valve seine Plattform über das hauseigene Steam Deck hinaus und positioniert das Linux-basierte System als Alternative zum Windows-basierten Handheld-Markt. Eigene Peripherie-Experimente hatte Valve zuvor nicht durchgehalten, etwa als das Unternehmen den Steam Controller einstellte.
Für das PC-Gaming-Ökosystem rund um Xbox bedeutet der Schritt eine verschärfte Konkurrenzsituation. Microsoft und Partner setzen bei portablen Spielgeräten bislang auf Windows als Unterbau, das einen vollständigen Zugriff auf Storefronts wie Steam, den Microsoft Store und den Xbox-App-Katalog erlaubt. Ein Beispiel für diese Linie ist die geplante ROG Xbox Ally X, die Microsoft gemeinsam mit Asus auf den Markt bringen will. Ein offiziell lizenziertes SteamOS-Gerät eines etablierten Hardware-Herstellers stellt diesem Modell ein auf Steam zugeschnittenes, geschlosseneres Plattform-Konzept gegenüber und erhöht den Druck auf die Anbieter Windows-basierter Handhelds.
