MSI hat zur IFA 2024 am 4. September 2024 eine neue Generation seiner AI+ Notebooks vorgestellt, die durchgängig auf NPU-bestückte Prozessoren setzt. Den Kern bilden die Reihen mit AMD Ryzen AI 300 sowie Intel Core Ultra der Serie 2, intern als Lunar Lake geführt. Dedizierte On-Device-KI-Beschleunigung zieht damit in das gesamte Portfolio ein, von mobilen Gaming-Geräten bis zu Business-Modellen.
Auf AMD-Seite umfasst die Ankündigung mit Stealth A16 AI+, Summit A16 AI+, Prestige A16 AI+ und Creator A16 AI+ vier 16-Zoll-Modelle. Die Spitzenkonfiguration nutzt den Ryzen AI 9 HX 370 mit Zen-5-Kernen, RDNA-3.5-Grafik und der XDNA-2-NPU. Letztere liefert nach Herstellerangaben bis zu 50 TOPS, womit die Plattform den Schwellenwert für Microsofts Copilot+ PC von mindestens 40 NPU-TOPS klar überschreitet. MSI beziffert den Zuwachs der NPU-Rechenleistung auf das 2,8-Fache gegenüber der Vorgängergeneration. Das auf Gaming und Content-Creation ausgerichtete Stealth A16 AI+ kombiniert diese KI-Einheit mit dedizierter NVIDIA-GeForce-Grafik in einem Magnesium-Aluminium-Gehäuse.
Zwei NPU-Plattformen, ein Copilot+-Ziel
Parallel zur AMD-Linie stellt MSI mit den Prestige- und Summit-Reihen Geräte auf Basis der Intel Core Ultra Prozessoren der Serie 2 vor. Intel adressiert hier die Summe aus CPU, integrierter GPU und NPU und nennt eine kombinierte Plattformleistung von bis zu 120 TOPS sowie eine bis zu dreifach höhere NPU-Leistung im Vergleich zur vorherigen Generation. Die Prestige-Serie deckt mit 13, 14 und 16 Zoll mehrere Formate ab und setzt auf leichte Gehäuse, größere Akkus und eine auf 5 Megapixel aufgewertete Webcam. MSI gibt für die Reihe bis zu 20 Stunden Laufzeit bei Videowiedergabe und Bürolasten an.
Beide Wege führen zum selben Resultat. Die Geräte können generative KI-Modelle und kleinere Large Language Models lokal ausführen, ohne dauerhaft auf Cloud-Ressourcen angewiesen zu sein. Die jeweils über 40 NPU-TOPS erfüllen die technische Voraussetzung für Windows-Funktionen unter dem Copilot+-Label. Wie weit Microsoft dieses Label tatsächlich mit Substanz füllt, bleibt eine offene Frage, denn der Konzern hat zuletzt Teile seiner Xbox-Copilot-Pläne wieder zurückgefahren. Gegenüber früheren Geräten unterscheidet sich diese Notebook-Generation vor allem durch die fest verbaute, energieeffiziente KI-Recheneinheit neben CPU und GPU.
Claw 8 AI+ und die Relevanz für Gaming-Software
Ergänzt wird das Aufgebot durch den Claw 8 AI+, den MSI als weltweit erstes Windows-11-Handheld mit einem Intel Core Ultra Prozessor der Serie 2 führt. Das Gerät besitzt ein 8-Zoll-Display, einen auf 80 Wh vergrößerten Akku und zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse. Der Marktstart war für Anfang 2025 vorgesehen, und MSI baute die Reihe später um weitere Claw-Varianten aus. Erstmals verfügt damit auch ein mobiler Gaming-Formfaktor von MSI über eine dedizierte NPU.
Für die Spielebranche zählt der Schritt vor allem mit Blick auf künftige Software-Funktionen. Lokale KI-Beschleunigung eröffnet Ansätze für Werkzeuge in der Spieleentwicklung sowie für Features innerhalb von Spielen, etwa Bildaufbereitung, Sprachverarbeitung oder Assistenzsysteme, die ohne Serveranbindung arbeiten. Ob und in welchem Umfang Studios und Engine-Anbieter die NPU-Leistung tatsächlich adressieren, entscheidet sich erst mit der Verbreitung entsprechender Hardware und passender Programmierschnittstellen. Die IFA-Ankündigung markiert den Einzug der NPU als Standardkomponente in Consumer-Gaming-Geräte.