Microsoft übernimmt Beam: interaktiver Livestreaming-Dienst kommt ins Xbox-Ökosystem

Microsoft hat am 11. August 2016 die Übernahme des Streaming-Anbieters Beam angekündigt. Beam betreibt eine Plattform für interaktives Livestreaming, bei der Zuschauer nicht nur zusehen und im Chat mitschreiben, sondern direkt in das laufende Spiel des Streamers eingreifen können. Verkündet wurde der Schritt von Chad Gibson, Partner Group Manager bei Xbox Live, im offiziellen Xbox Wire. Finanzielle Konditionen der Transaktion nannte das Unternehmen nicht.

Der Kern des Dienstes liegt in der Echtzeit-Beteiligung. Über einfache, visuelle Bedienelemente wählen Zuschauer in Beam Werkzeuge aus, stellen Aufgaben oder beeinflussen die Bewegung einer Spielfigur. Damit verschiebt sich die Rolle des Publikums vom passiven Beobachter hin zum aktiven Teilnehmer. Die Funktionen lassen sich nach Angaben des Anbieters für beliebige Spiele aktivieren und anpassen, ohne dass Streamer tiefe technische Eingriffe vornehmen müssen. Die technische Basis knüpft an Microsofts Ausbau von Xbox-Aufnahmefunktionen unter Windows 10 an, geht mit direkter Zuschauerinteraktion aber weiter als klassisches Broadcasting.

Zusammenwachsen von Spielen und Zuschauen

Microsoft will mit der Akquisition Xbox Live stärker auf soziale Interaktion ausrichten. „We at Xbox are excited about this convergence between playing and watching, and want to provide gamers with the freedom and choice to have great multiplayer experiences across all of Beams platforms“, erklärte Chad Gibson. Beam soll dabei plattformübergreifend weiterlaufen und nicht auf die Xbox-Hardware beschränkt bleiben. Damit positioniert sich Microsoft in einem Marktsegment, das bis dahin vor allem von Twitch dominiert wurde, und setzt mit der Interaktivität einen eigenen technischen Schwerpunkt. Die Anbindung an Xbox Live war zuvor auch außerhalb der Konsole ein Thema, wie die Xbox Game Bar unter Windows 10 bereits zeigte.

Beam bleibt eigenständig und soll wachsen

Das Team um Beam bleibt nach der Übernahme bestehen und wird in die Xbox-Organisation eingegliedert. Matt Salsamendi, Mitgründer und Chef von Beam, beschrieb die Folgen so: „As part of the Xbox team, well be able to scale faster than weve ever been able to before. Were expanding the team, bolstering our infrastructure, and, most importantly, continuing to grow the amazing community weve been lucky enough to build at Beam.“ Der Dienst war zuvor als unabhängiges Startup aus Seattle gestartet und hatte sich mit seinem interaktiven Ansatz eine eigene Community aufgebaut. Microsoft erhält mit dem Kauf sowohl die Technologie als auch das Entwicklerteam, das die Plattform betreibt.

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