Sensor Tower hat am 15. Januar 2025 die zentralen Marktzahlen für 2024 im Report State of Mobile 2025 veröffentlicht. Der weltweite In-App-Umsatz über iOS und Google Play knackte erstmals die Marke von 150 Milliarden US-Dollar. Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr und das kräftigste Wachstum seit 2021. Auf Mobile-Gaming entfielen davon 81 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4 Prozent.
Hinter dem Zuwachs steckt eine Verschiebung. Der Umsatz zog deutlich an, das Download-Volumen über beide Plattformen blieb mit 136 Milliarden dagegen fast unverändert. Im Spielebereich sanken die Downloads sogar auf 49,6 Milliarden, ein Minus von 6 Prozent. Der Markt verdient sein Geld also mit einer kleineren, dafür zahlungsfreudigeren Nutzerschaft.
Spiele hinken dem Gesamtmarkt hinterher
Die 4 Prozent Plus auf 81 Milliarden US-Dollar wirken blass neben dem nicht-spielbezogenen Bereich, dessen In-App-Umsatz laut Sensor Tower um 23 Prozent kletterte. Im Gaming selbst legten Hybrid-Casual-Titel beim In-App-Umsatz mit 37 Prozent am schnellsten zu, in absoluten Zahlen wuchsen Casual-Spiele am stärksten. Auch bei der Nutzung ging es nach oben: Die Spielzeit stieg um rund 8 Prozent, die Zahl der Sessions um 12 Prozent.
Regional fällt das Bild uneinheitlich aus. Die westlichen Märkte zogen das Wachstum beim In-App-Umsatz im Spielebereich nach oben. Nordamerika legte um 9 Prozent zu, Europa um 14 Prozent, Lateinamerika um 13 Prozent, der Nahe Osten um 18 Prozent und Ozeanien um 8 Prozent. Asien dagegen schrumpfte um 3 Prozent und bremste so das Wachstum des gesamten Segments. Wer die Entwicklung der mobilen Plattformen verfolgt, findet weitere Hintergründe bei XboxDev.
KI-Apps und mehr Bildschirmzeit treiben den Markt
Über alle Kategorien hinweg sammelten die Vereinigten Staaten 52 Milliarden US-Dollar In-App-Umsatz ein, 16 Prozent mehr als zuvor. Europa wuchs in dieser Gesamtbetrachtung um 24 Prozent. Die auf Mobilgeräten verbrachte Zeit summierte sich auf 4,2 Billionen Stunden, ein Anstieg von 5,8 Prozent. Als Treiber im nicht-spielbezogenen Bereich nennt Sensor Tower unter anderem KI-Anwendungen. Der In-App-Umsatz von KI-Chatbots und Bildgeneratoren näherte sich 2024 der Marke von 1,3 Milliarden US-Dollar, davon stellten die Vereinigten Staaten 45 Prozent des weltweiten Umsatzes mit generativer KI.
Für die Spielebranche steht der Befund fest. Das Wachstum kommt nicht mehr aus dem breiten Neukundengeschäft über Downloads, sondern aus der intensiveren Monetarisierung der vorhandenen Spieler und aus deren Nutzungsdauer. Lebenszeitwert und Spielerbindung zählen damit mehr als die nackte Reichweite.
