Im Juni 2015 hat Microsoft eine neue Organisationsstruktur angekündigt und meldet seine Finanzkennzahlen ab dem Geschäftsjahr 2016 in drei berichtspflichtigen Segmenten. Neben Productivity and Business Processes sowie Intelligent Cloud kommt More Personal Computing als drittes Segment hinzu. Innerhalb dieses Bereichs taucht das Spielegeschäft erstmals als eigene Komponente Gaming auf. Als Grund nennt der Konzern, dass der Chief Operating Decision Maker, also der Vorstandsvorsitzende, die Informationen geändert hat, die regelmäßig für Ressourcenzuteilung und Leistungsbewertung herangezogen werden.
Laut SEC-Dokument bündelt die Komponente Gaming die Xbox-Hardware, Xbox Live mit Transaktionen, Abonnements und Werbung, die First-Party-Videospiele sowie Lizenzeinnahmen aus Spielen von Zweit- und Drittanbietern. Erlösströme des Konsolengeschäfts, die vorher über verschiedene Posten verteilt waren, landen damit unter einem Dach. More Personal Computing enthält daneben weiterhin Windows, Geräte wie Surface und Telefone sowie Suchwerbung. Die Neugliederung knüpft an die vom Konzern ausgegebene Linie an, sich auf eine mobile-first, cloud-first geprägte Strategie zu konzentrieren.
Neuzuordnung der Segmentdaten ohne Ergebniseffekt
Für die Geschäftsjahre zum 30. Juni 2015 und 2014 legt Microsoft neu zugeordnete Segmentdaten vor. More Personal Computing kommt im Geschäftsjahr 2015 auf einen Umsatz von 42.953 Millionen US-Dollar, nach 38.407 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Das operative Ergebnis des Segments liegt bei 5.179 Millionen US-Dollar für 2015 gegenüber 6.150 Millionen US-Dollar für 2014. Der Konzern stellt klar: Die Neuzuordnung der zuvor veröffentlichten Finanzinformationen ist keine Korrektur früherer Abschlüsse. Nettogewinn, Ergebnis je Aktie, Bilanzsumme und Eigenkapital der berichteten Perioden bleiben unverändert.
Berichtsumstellung ab dem Quartal zum 30. September 2015
Ab dem Quartal zum 30. September 2015 folgen die Abschlüsse der neuen Berichtsstruktur, die Vorperioden werden entsprechend angepasst. Dokumentiert wurde die formale Neuzuordnung der zuvor berichteten Beträge über eine separate Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC, datiert auf den 29. September 2015. Für die Bewertung des Xbox-Geschäfts entsteht damit erstmals eine konsolidierte Sicht auf Hardware, Onlinedienste und Softwareerlöse innerhalb eines einzigen Segments. Mehr zum Hintergrund der Konsolensparte bei XboxDev.
