E3 2016: Microsoft kündigt Xbox jenseits der Konsolengenerationen an und teasert Project Scorpio

Microsoft hat auf der E3 2016 am 13. Juni 2016 eine Zukunft des Spielens jenseits der Konsolengenerationen angekündigt und damit das Modell fester, voneinander abgeschotteter Hardwarezyklen offen infrage gestellt. Einen klaren Generationsbruch gab es nicht. Stattdessen stellte der Konzern eine Gerätefamilie in Aussicht, in der neue und bestehende Konsolen nebeneinander laufen und dasselbe Software-Ökosystem teilen. Dazu kam ein erster Teaser zu einer leistungsstärkeren Konsole unter dem Codenamen Project Scorpio, geplant für das Weihnachtsgeschäft 2017.

Was Project Scorpio und Xbox One S können sollen

Project Scorpio nannte Microsoft mit einer GPU-Rechenleistung von 6 Teraflops und versprach natives 4K-Gaming sowie hochwertige Virtual-Reality-Anwendungen. Der entscheidende Punkt war die Kompatibilität. Die Konsole soll neben Xbox One und Xbox One S laufen, vorhandenes Zubehör und Spiele bleiben weiter nutzbar. Der Hardwarewechsel ist damit nicht mehr an den Bruch der Spielebibliothek gekoppelt, wie er für klassische Konsolengenerationen üblich war.

Daneben positioniert Microsoft die im August 2016 erscheinende Xbox One S, die rund 40 Prozent kompakter ausfällt als das ursprüngliche Modell. Sie spielt 4K-Ultra-HD-Material per Streaming und Blu-ray ab, beherrscht HDR und startet zu Preisen von 299 US-Dollar für die 500-GB-Variante, 349 US-Dollar für die 1-TB-Version und 399 US-Dollar für eine limitierte 2-TB-Ausgabe. Beide Geräte stehen für die untere und die obere Leistungsklasse einer Plattform, die über alle Hardwarestufen hinweg dieselben Titel bedient. Wie sich diese Stufen-Logik praktisch anfühlt, zeigte später auch die Xbox One S im Alltag vieler Spieler.

Xbox Play Anywhere und die Verzahnung mit Windows 10

Dazu kommt Xbox Play Anywhere. Ein einziger Kauf läuft sowohl auf Windows-10-PCs als auch auf der Xbox One, samt geteilter Spielstände, Fortschritte und Erfolge. Microsoft erklärte, jeder neu gezeigte Titel der hauseigenen Studios solle diese Funktion unterstützen. Bei den Onlinediensten kündigte der Konzern Erweiterungen für Xbox Live an, darunter Clubs, eine Looking-for-Group-Funktion, Arena-Turniere, Crossplay zwischen Xbox One und Windows 10, Cortana-Integration sowie Language Region Independence.

Phil Spencer, Leiter der Xbox-Sparte, sprach von einer plattformübergreifenden Ausrichtung und von einer Zukunft des Spielens jenseits der Konsolengenerationen, die PC, Konsole, VR und mobile Geräte einschließt. Wirtschaftlich geht es darum, die installierte Basis über mehrere Geräteklassen zu bündeln und Software unabhängig vom einzelnen Hardwarestand zu verkaufen. Wie Project Scorpio technisch genau aussieht, liess Microsoft zum Zeitpunkt der Ankündigung weitgehend offen. Auf dem Tisch lagen nur die genannten Eckdaten und der Zeitraum Weihnachten 2017.

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