Microsoft und Bungie Studios haben am 5. Oktober 2007 angekündigt, ihre Geschäftsbeziehung neu zu ordnen. Das Studio, seit 2000 als Teil von Microsoft Game Studios geführt, kehrt zu einer eigenständigen Unternehmensstruktur zurück. Der Standort in Kirkland im US-Bundesstaat Washington bleibt bestehen. Microsoft hält künftig einen Eigenkapitalanteil an Bungie und behält das vollständige Eigentum an der Marke Halo.
Eigenständig, aber weiter an Microsoft gebunden
Eine vollständige Trennung steckt in der Vereinbarung nicht. Die Zusammenarbeit läuft weiter, nur unter veränderten Vorzeichen. Microsoft Game Studios bleibt Publisher für Halo-Titel und für künftige Eigenentwicklungen von Bungie. Das Studio wiederum will seine Entwicklung vorrangig auf Microsoft-Plattformen ausrichten. Shane Kim, Vice President von Microsoft Game Studios, kommentierte den Schritt so: „While we are supporting Bungie’s desire to return to its independent roots, we will continue to invest in our ‚Halo‘ entertainment property with Bungie and other partners.“ Studioleiter Harold Ryan ergänzte: „We will continue to develop with our primary focus on Microsoft platforms; we greatly value our mutually prosperous relationship with our publisher, Microsoft Game Studios.“
Wer hält welche Rechte?
Der eigentliche Knackpunkt liegt in der Aufteilung der Rechte. Das geistige Eigentum an Halo bleibt bei Microsoft, das die Marke unabhängig von Bungies Eigentümerstruktur weiterverwerten kann. Damit sichert sich der Konzern eine seiner umsatzstärksten Spieleserien als Bindeglied der Xbox-Strategie. Bungie bekommt dafür unternehmerische Selbstständigkeit und die Freiheit, neben Halo eigene Marken zu entwickeln und die Rechte daran selbst zu halten. Der Minderheitsanteil von Microsoft hält beide Seiten finanziell zusammen, lässt die operative Führung des Studios aber beim Studio selbst.
