XBOX Reset: Die nächsten 100 Tage für Microsofts Gaming-Sparte

Microsoft hat auf Xbox Wire eine interne Mitteilung an die weltweiten Mitarbeitenden von Team XBOX veröffentlicht. Unter dem Titel „Next 100 Days: XBOX Reset“ beschreiben Asha und Matt die nächsten Schritte für die Gaming-Sparte, nachdem in den vergangenen 100 Tagen bereits erste Änderungen umgesetzt wurden.

Demnach haben die Plattform-Teams in diesem Zeitraum mehr Updates ausgeliefert als im gesamten Jahr zuvor. Auch die Zahl aktiver Partner auf XBOX sei so hoch wie nie. Game Pass habe nach mehr als acht Monaten rückläufiger Entwicklung wieder Wachstum verzeichnet. Mit Player Voice verweist Microsoft zudem auf einen dauerhaft aktiven Kanal, über den Rückmeldungen von Spielern, Creators und Entwicklern gesammelt werden.

Exklusivtitel bleiben Teil der Strategie

Im Zusammenhang mit dem XBOX Games Showcase und der Rückkehr von FanFest spricht Microsoft von einer hohen weltweiten Reichweite. Gleichzeitig stellt das Unternehmen erneut eigene Exklusivtitel in den Vordergrund. Genannt werden Gears of War: E-Day für 2026 und Clockwork Revolution für 2027. Auch künftig sollen jedes Jahr neue First-Party-Exklusivtitel erscheinen.

Die Mitteilung macht aber auch deutlich, dass Microsoft die eigene Gaming-Sparte neu sortieren will. XBOX soll weiter über Konsole, PC, Mobile und Streaming gedacht werden. Gleichzeitig müsse das Unternehmen realistischer auf Kosten, Investitionen und technische Abhängigkeiten blicken.

Hardwarekosten und Studio-Struktur unter Druck

Ein Schwerpunkt liegt auf der Hardware. Microsoft spricht von stark gestiegenen Kosten bei Speicher- und Komponentenpreisen. Die Entwicklung betreffe zwar die gesamte Branche, XBOX sei nach eigener Einschätzung aber besonders stark betroffen. Das Unternehmen könne derzeit nicht so viele Konsolen herstellen, wie Spieler nachfragen würden. Deshalb seien neue Modelle und Partnerschaften im Hardwarebereich notwendig.

Auch die eigene Studio-Struktur wird kritisch bewertet. Microsoft habe das Studiosystem in den vergangenen Jahren ausgebaut, um Inhalte für Abo-Modelle, Streaming und verschiedene Geräteklassen bereitzustellen. Inzwischen sieht sich das Unternehmen in Teilen überdehnt. Für die kommenden fünf Jahre sollen deshalb Investitionen in etablierte Marken, neue IPs sowie First- und Third-Party-Exklusivinhalte neu gewichtet werden.

Plattform soll schneller und unabhängiger werden

Ein weiterer Punkt betrifft die technische Basis von XBOX. Die aktuelle Infrastruktur sei laut Microsoft zu komplex und von zahlreichen Abhängigkeiten geprägt. Zudem sei man in einigen Bereichen zu stark auf externe Dienstleister angewiesen. Künftig soll die Engineering-Kultur wieder stärker auf eigene Systeme, kürzere Entwicklungszyklen und schnellere Verbesserungen für Spieler ausgerichtet werden.

Microsoft beschreibt XBOX weiterhin als eine der zentralen Gaming- und Entertainment-Plattformen des Konzerns. Mehr als eine Milliarde Spieler würden jährlich XBOX und Microsoft-Spiele nutzen. Zusammengerechnet nennt das Unternehmen 72 Milliarden Spielstunden über Konsole, PC, Mobile und Streaming hinweg.

Die nächsten 100 Tage sollen nun genutzt werden, um Hardware, Inhalte, Nutzererfahrung und Services weiter neu auszurichten. Microsoft spricht dabei offen von notwendigen Korrekturen, hält aber am Ziel fest, XBOX langfristig stärker im Gaming- und Entertainment-Markt zu positionieren.

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