CloudFest 2026: Mehr Dichte, mehr Infrastruktur, mehr europäische Perspektiven

Das CloudFest 2026 hat den Europa-Park in Rust erneut zum Treffpunkt der Hosting-, Cloud- und Infrastrukturbranche gemacht. Der Eindruck vor Ort war klar: Die Veranstaltung wirkte voller, dichter und in vielen Bereichen noch internationaler als in den Vorjahren. In den Hallen traf klassische Server- und Storage-Technik auf Virtualisierung, Plattformbetrieb, Netzwerktechnik und den inzwischen allgegenwärtigen KI-Bezug. Gerade diese Mischung machte auch 2026 den Reiz des Events aus. CloudFest blieb damit nicht nur Messe, sondern zugleich Branchentreffen, Networking-Plattform und Stimmungsbarometer für aktuelle Infrastrukturthemen.

Auffällig war vor allem die Bandbreite der Aussteller. Neben etablierten Namen aus Hosting, Storage und Datacenter-Umfeld waren viele spezialisierte Anbieter vertreten, etwa für Kühlung, Stromversorgung, Glasfasertechnik, Refurbished-Hardware oder Monitoring. Dazu kam eine sichtbar starke Präsenz asiatischer Hersteller und Zulieferer, insbesondere im Hardware-nahen Bereich. Gleichzeitig blieb der Software- und Plattformanteil hoch. Virtualisierung, Open-Source-Stacks und Alternativen zu etablierten US-Anbietern wurden an vielen Stellen zumindest indirekt mitverhandelt. Das passte zu einer Branche, die seit einiger Zeit nicht nur über Leistung und Skalierung spricht, sondern auch über Abhängigkeiten, Herkunft von Technologien und langfristige Betriebsmodelle.

Das Modell eines wassergefkühlten Rechenzentrum von Kaytus - Bild: Sebastian Selinger
Das Modell eines wassergefkühlten Rechenzentrum von Kaytus – Bild: Sebastian Selinger

Gerade in diesem Umfeld fielen europäische Anbieter und Positionierungen stärker auf. Netcup war dabei ein Beispiel für jene Anbieter, die weniger mit großer Inszenierung als mit konkreten Gesprächen über Hosting, Support, Preisentwicklung und Infrastruktur punkten. Solche Gespräche sind auf dem CloudFest oft aufschlussreicher als jede Produktfolie, weil sie sehr direkt zeigen, welche Themen Kunden und Anbieter aktuell tatsächlich beschäftigen. Dazu gehören nach wie vor Migrationen, Kostenkontrolle, Support-Erreichbarkeit und die Frage, welche Plattformen im Alltag belastbar funktionieren.

Auch Yorizon passte in dieses Bild. Der Anbieter stand für einen Teil jener Diskussion, die sich 2026 spürbar durch viele Gespräche und Präsentationen zog: europäische Souveränität, nachhaltiger Betrieb und der Versuch, Cloud- und Infrastrukturangebote nicht nur technisch, sondern auch strategisch neu zu rahmen. Damit war Yorizon kein Ausreißer, sondern eher Ausdruck einer Entwicklung, die auf dem Event an mehreren Stellen sichtbar wurde. Viele Unternehmen versuchten, ihre Angebote stärker über Herkunft, Kontrolle, Energieeffizienz und Unabhängigkeit einzuordnen, statt nur über reine Leistungswerte.

SOLIDIGM präsentiert wassergekühlte SSDs mit der bessere und weniger belastete Hardware - Bild: Sebastian Selinger
SOLIDIGM präsentiert wassergekühlte SSDs mit der bessere und weniger belastete Hardware – Bild: Sebastian Selinger

Inhaltlich blieb das CloudFest zugleich sehr bodenständig. Trotz aller Schlagworte rund um KI und Zukunftsplattformen war die Messe vor allem dort interessant, wo reale Infrastruktur greifbar wurde. Server mit aufwendigen Kühlkonzepten, große Storage-Systeme, Enterprise-SSDs, Netzwerktechnik und spezialisierte Komponenten prägten weite Teile des Rundgangs. Dazu kamen viele Gespräche, in denen deutlich wurde, dass Kosten für Speicher, RAM, Strom und Betrieb weiterhin sehr konkrete Alltagsthemen sind. Das CloudFest 2026 zeigte damit erneut, dass die Branche zwar über neue Märkte und AI-Beschleunigung spricht, im Kern aber weiterhin von sehr klassischen Infrastrukturfragen bestimmt wird.

Hinzu kam die besondere Atmosphäre des Standorts. Der Europa-Park verleiht dem Event seit Jahren einen eigenen Charakter, der sich deutlich von nüchternen Messehallen unterscheidet. Das führt dazu, dass Fachgespräche, spontane Begegnungen und Community-Elemente enger ineinander übergehen. Formate wie das Server Throwing stehen exemplarisch dafür. Sie wirken zunächst wie ein Gag, gehören aber längst zur Identität der Veranstaltung. Gerade diese Verbindung aus ernsthaftem Infrastrukturgeschäft und informeller Branchennähe unterscheidet das CloudFest weiterhin von vielen anderen IT-Events.

Synlogy zeigt die Enterprise NAS Lösungen - Unter anderem auch das Model das Gronkh für seine Libary nutzt. - Bild: Sebastian Selinger
Synlogy zeigt die Enterprise NAS Lösungen – Unter anderem auch das Model das Gronkh für seine Libary nutzt. – Bild: Sebastian Selinger

Unterm Strich war das CloudFest 2026 vor allem eines: ein dichtes, gut besuchtes und inhaltlich breit aufgestelltes Branchentreffen, auf dem sich mehrere Entwicklungen gleichzeitig beobachten ließen. Die stärkere Sichtbarkeit europäischer Perspektiven, die anhaltende Dominanz von Infrastrukturthemen und die wachsende Präsenz von AI-Bezügen prägten das Bild. Dazu kam eine spürbar hohe Auslastung auf der Fläche, die den Stellenwert des Events in der Hosting- und Cloud-Branche noch einmal unterstrich.

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