Die Xbox 360 war nicht nur eine Konsole, sondern eine Plattform mit einem ungewöhnlich breiten Zubehörprogramm. Microsoft ergänzte die Hardware über die Jahre um Controller, Kameras, Speichermedien und Spezialgeräte, die neue Nutzungsszenarien für Spiele und Xbox Live eröffneten. Ein Blick auf diese Peripheriegeräte zeigt, wie stark die zweite Xbox-Generation mit unterschiedlichen Eingabe- und Unterhaltungsformen experimentierte.
Controller, Speicher und die Basis der Plattform
Zum Start gehörten der drahtlose Xbox-360-Controller und eine abnehmbare Festplatte zu den prägenden Komponenten. Microsoft beschrieb den Controller bereits bei der Vorstellung der Konsole als kabelloses Eingabegerät mit Guide-Taste und einer Reichweite von bis zu 30 Fuß. Die offizielle Hardwarevorstellung der Xbox 360 nannte außerdem Memory Units, die das Übertragen von Spielständen und Profilen zwischen Konsolen erleichterten. Damit war Zubehör nicht nur eine Komfortfrage, sondern Teil der Verwaltung digitaler Inhalte.
Kamera, Chat und neue Eingaben
Mit der Xbox Live Vision Camera erweiterte Microsoft die Konsole um Videochat, Fotonachrichten und ein Zubehör für Spiele mit Kameraunterstützung. Später ging Kinect für Xbox 360 einen deutlich weitergehenden Weg: Der Sensor erfasste Bewegungen und Sprache, sodass Spiele ohne klassischen Controller bedient werden konnten. Microsoft stellte Kinect im Juni 2010 als Kinect for Xbox 360 vor. Für Entwickler bedeutete das eine zusätzliche Eingabeschicht, die Spielregeln, Benutzeroberflächen und die Gestaltung von Wohnzimmer-Erlebnissen beeinflusste.
Rennspiele mit Lenkrad und Speed Wheel
Für Rennspiele bot Microsoft zunächst das Xbox 360 Wireless Racing Wheel mit Force Feedback an. Das Lenkrad übertrug die Rückmeldung aus dem Spiel direkt an die Hände und verfügte über einen Anschluss für ein Headset. Mit dem späteren Xbox 360 Wireless Speed Wheel kam 2011 ein kompakteres Konzept hinzu. Es verband Bewegungssteuerung, Standardtasten und Rumble-Effekte mit der Form eines Lenkrads. Beide Geräte standen für den Versuch, Rennspiele stärker an ihre jeweiligen Spieltypen anzupassen.
Die Xbox 360 als Medienzentrale
Das Zubehörprogramm reichte auch über Spiele hinaus. Das Xbox 360 HD DVD Player Add-on sollte hochauflösende Filme über ein externes Laufwerk abspielen, während die Universal Media Remote die Bedienung von DVDs, Musik und weiteren Medien vereinfachte. Gleichzeitig öffnete der Xbox 360 Wireless Gaming Receiver die drahtlosen Xbox-360-Controller und weitere Zubehörgeräte für Windows-PCs. Microsoft fasste diese Erweiterungen in einer Übersicht zum Xbox-360-Zubehör zusammen.
Viele dieser Geräte sind heute vor allem deshalb interessant, weil sie unterschiedliche Entwicklungsrichtungen derselben Plattform sichtbar machen. Der Controller blieb die verlässliche Basis, während Kamera, Sensor, Lenkrad und Medienzubehör jeweils eigene Formen der Interaktion ausprobierten. Zusammen prägten sie das Bild der Xbox 360 als Konsole, die Spiele, Kommunikation und digitale Unterhaltung in einem gemeinsamen System verbinden wollte.
