Die Mehrheit der Beschäftigten von Ubisoft Halifax hat am 18. Juni 2025 die Bildung einer Gewerkschaft beantragt. Der Antrag liegt bei der Nova Scotia Labour Board; nach geheimer Abstimmung und Zertifizierung soll eine betriebsweite Tarifeinheit für alle Abteilungen entstehen. Das Studio entwickelt mobile Spiele wie Rainbow Six Mobile und Assassin’s Creed Rebellion.
Der Antrag ist bei CWA Canada eingereicht und dort veröffentlicht. Ein Schreiben, das 39 Beschäftigte des knapp 60 Personen umfassenden Studios unterzeichnet haben, nennt die Gründe: Studioschließungen, Entlassungen und wachsende Unsicherheit in der Branche. Die Beschäftigten wollen nach eigenen Angaben Sicherheit für ihre Arbeit und Mitsprache bei Entscheidungen.
„Nicht gegen Ubisoft, sondern in Partnerschaft“
„Die Gewerkschaftsgründung mit meinen Kollegen bei Ubisoft Halifax ist mir wichtig, damit wir die Stärke haben, das zu schützen, was wir heute haben, und für unser Morgen zu kämpfen“, sagte Thomas Gillis, Senior Server Programmer im Studio. Angesichts der anhaltenden Branchenkrise sei es an den Beschäftigten, sich zu organisieren und Mitsprache bei Arbeit, Kunst und Zukunft zu verlangen.
Die Erklärung der Beschäftigten betont den Bezug zur eigenen Arbeit: „In einer Zeit branchenweiter Unsicherheit, Studioschließungen, Entlassungen und wachsender Instabilität wollen wir unser Bekenntnis zueinander und zu unserem Handwerk deutlich machen.“ Kreativität gedeihe, wenn Beschäftigte sich sicher und unterstützt fühlten. Die Gründung richte sich nicht gegen Ubisoft, sondern auf eine Partnerschaft, damit das Studio ein Ort für faire Behandlung und gute Arbeit bleibe.
CWA Canada vertritt nach eigenen Angaben rund 6.000 Beschäftigte aus Journalismus, Spieleentwicklung und digitalen Medien, darunter fast 120 Beschäftigte von BGS-Microsoft in Montreal. Für Spieleentwickler ist die gewerkschaftliche Organisation damit kein Einzelfall mehr: Bei ZeniMax Workers United hatte die Gewerkschaft bereits einen Streik bei einem Microsoft-Studio organisiert.

