IFA 2019: Huawei bringt das Mate 30 ohne Play Store und Google Maps

Huawei wird das Mate 30 ohne Google-Dienste auf den Markt bringen. Richard Yu, Chef der Consumer-Sparte des Konzerns, bestätigte am 9. September 2019 auf der IFA 2019 in Berlin im Gespräch mit der Welt, dass Huawei keine neuen Smartphones mehr mit vorinstallierten Google-Diensten ausliefern darf. Damit fehlen auf dem für den 19. September 2019 in München angekündigten Flaggschiff unter anderem Play Store, Google Maps und Gmail. Ob das Mate 30 überhaupt in Deutschland erscheint, ließ der Hersteller offen.

Das Smartphone nutzt weiterhin Android, allerdings die quelloffene Variante ohne die Google Mobile Services. Nutzer müssten die Dienste bei Bedarf selbst installieren, wie Yu erläuterte. Ebenso denkbar sei es, auf einen Verkauf in Deutschland zu verzichten, weil der Aufwand für viele Anwender zu groß ausfalle. Das US-Handelsministerium hatte die Einkaufsgenehmigungen für Huawei bei amerikanischen Zulieferern zuvor zwar verlängert; neue Smartphone-Modelle bleiben nach aktuellem Kenntnisstand davon aber ausgenommen. Das Mate 30 ist das erste große Produkt des Konzerns, das nach den US-Sanktionen angekündigt wird, und das erste, bei dem die Folgen für Kunden direkt sichtbar werden.

Verteilung abseits des Play Store

Wegfallt der reguläre Vertriebsweg über den Google Play Store, bleibt für Apps außerhalb Chinas nur die Installation von Webseiten, ohne die üblichen Sicherheitsprüfungen durch Google. In China vertreibt Huawei seine Geräte schon immer ohne Google-Dienste und nutzt dort den hauseigenen Store AppGallery. Dieser Store ist auch auf Huawei-Smartphones in Deutschland vorinstalliert, kann die Google-Dienste jedoch selbst nicht anbieten. Für mobile Spiele und Apps, die Entwickler hierzulande primär über Google Play ausliefern, verschiebt sich die gesamte Verteilungskette auf Huaweis eigene Plattform.

Anfang August 2019 hatte Huawei mit Harmony OS bereits ein eigenes Betriebssystem vorgestellt. Wie tragfähig es auf Smartphones als Android-Alternative sein könnte, war zu diesem Zeitpunkt offen; Huawei-Manager Yu hielt eine Konkurrenz zu Android und Apples iOS für möglich. Auf der IFA bekräftigte der Konzern außerdem, eine europäische Smartphone-Plattform unterstützen zu wollen. Weitere Details erwartet Huawei nach eigenen Angaben erst Ende 2019 oder Anfang 2020.

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