Beim NVIDIA-Event am 16. Oktober 2026 im XPERION Berlin standen Spiele, Kreativarbeit und lokale KI auf dem Programm. RTX Spark sollte zeigen, wie diese Aufgaben auf einem gemeinsamen Windows-PC zusammenfinden. Zwischen Demo-Notebooks und einem kompakten ASUS-Rechner sorgte Jensen Huang für den prominentesten Moment des Abends. Die Geräte vor Ort machten zugleich deutlich, wie unterschiedlich RTX-Spark-Konfigurationen ausfallen können.
Ein Launchabend am Alexanderplatz
Schon auf dem Weg durch den Saturn am Alexanderplatz war der Anlass unübersehbar. Grüne Wegweiser und große Displays führten zur RTX Spark Launch Celebration im XPERION. In der Demo-Area standen die Geräte direkt nebeneinander, Besucher versammelten sich vor den Vorführungen. Auf den Tischen lagen Controller; auf den Bildschirmen liefen Spiele und Präsentationen zur neuen Plattform.
Die Veranstaltung richtete sich an Gamer, Kreative und Entwickler. Der Veranstalter hatte kostenlose Teilnahme nach Anmeldung, Hands-on-Stationen, ein Bühnenprogramm und eine Verlosung angekündigt. RTX Spark sollte damit im konkreten Einsatz sichtbar werden.
Das ausgehängte Programm verband die drei Zielgruppen auch inhaltlich. Für 20 Uhr war eine Einführung mit Adam Foat von NVIDIA und Alex Wätzel von Notebookcheck angesetzt. Danach waren die exklusive Demo „The Witcher 3 – Songs of the Past“ mit CD PROJEKT RED, ein Kreativformat mit AlexiBexi und FalcoPunch sowie ein Entwicklungsblock mit NVIDIA-Vertretern angekündigt.

Jensen Huang mitten im Publikum
Der Auftritt von NVIDIA-Gründer und CEO Jensen Huang gab der Veranstaltung einen besonderen Schwerpunkt. Die Fotos halten ihn zwischen hochgehaltenen Smartphones und Kameras fest. Der Moment war deutlich näher am Publikum als eine klassische Präsentation mit großem Abstand zur Bühne.
In seinem offiziellen Rückblick auf die weltweiten Launchveranstaltungen beschreibt NVIDIA den Besuch als Überraschungsauftritt. Huang begrüßte demnach die Gäste, verteilte Popcorn, stand für Selfies bereit und übergab fünf persönlich signierte RTX-Spark-Notebooks. Berlin war einer von sechs Standorten der internationalen Launchfeierlichkeiten.

Surface mit 24 GB, ASUS-Mini-PC mit 128 GB
Abseits des prominenten Besuchs liefern die fotografierten Gerätebeschriftungen einen wichtigen technischen Befund: RTX Spark bezeichnet eine Plattform mit unterschiedlichen Ausstattungen. Die beworbenen Spitzenwerte gelten daher nicht automatisch für jedes ausgestellte Modell.
Das Microsoft Surface war auf dem Aufsteller als „Surface Ultra NVIDIA RTX Spark Laptop“ bezeichnet. Daneben stand der ASUS ProArt GR1X als kompakter Mini-PC. Die Beschriftungen nannten folgende Konfigurationen:
| Angabe am Demogerät | Microsoft Surface Ultra | ASUS ProArt GR1X |
|---|---|---|
| Prozessor | RTX Spark N1X | RTX Spark N1X |
| Grace-CPU | 18 Kerne | 20 Kerne |
| Blackwell-RTX-GPU | 5.120 Kerne | 6.144 Kerne |
| Gemeinsamer Speicher | 24 GB LPDDR5X | 128 GB LPDDR5X |
| SSD | 512 GB M.2 | 1 TB M.2 |
Gerade die Speicherdifferenz ist für lokale KI und größere Kreativprojekte relevant. Gemeinsamer Speicher wird von CPU und GPU genutzt. Die 24 GB des gezeigten Surface sind deshalb nicht mit 24 GB exklusivem Grafikspeicher zusätzlich zum Arbeitsspeicher gleichzusetzen. Welche Modelle und Projekte sinnvoll in den Speicher passen, hängt von der konkreten Ausstattung und der übrigen Speichernutzung ab.

Gaming auf Windows on Arm bleibt der Prüfstein
Auf einem ausgestellten Surface war World of Warcraft zu sehen; weitere Aufnahmen zeigen NBA 2K27. Controller und laufende Spielszenen machten den Gaming-Anspruch der Plattform greifbar. Für einen Rechner, der zugleich als Arbeitsgerät positioniert wird, ist genau dieser Wechsel zwischen Anwendungen und Spielen interessant.

Laut NVIDIAs Übersicht zum Spieleangebot unterstützt RTX Spark unter anderem Raytracing, DLSS und Reflex. Der Hersteller nennt zum Start zahlreiche kompatible Spiele und beschreibt die Zusammenarbeit mit Entwicklern und Anti-Cheat-Anbietern. Das ist für Multiplayer-Titel ebenso entscheidend wie die Grafikleistung. Auf XboxDev wurde die praktische Bedeutung bereits am Beispiel der nativen Arm-Version von War Thunder eingeordnet.
Die Architektur bleibt dabei ein wichtiger Punkt. NVIDIA erläutert in seinem Portierungsleitfaden für Windows on Arm, dass viele bestehende x86- und x64-Anwendungen über Microsofts Prism-Emulation laufen können. Die Kompatibilität hängt aber von der Anwendung und ihren Abhängigkeiten ab. Eine funktionierende Eventdemo beantwortet daher noch nicht, wie vollständig eine individuelle Spielebibliothek einschließlich Erweiterungen und Zusatzsoftware funktioniert.

Aus den fotografierten Spielszenen lassen sich außerdem keine belastbaren Vergleichsbenchmarks ableiten. Dafür müssten Auflösung, Grafikprofil, Upscaling, Frame Generation, Leistungsmodus und Stromversorgung unter kontrollierten Bedingungen erfasst werden. Der Launchabend lieferte Anschauungsmaterial für das Konzept; eine pauschale Leistungswertung würde darüber hinausgehen.
Lokale KI und Kreativarbeit als zweites Standbein
Technisch kombiniert RTX Spark laut NVIDIAs Plattformübersicht eine Grace-CPU mit einer Blackwell-RTX-GPU und gemeinsamem Speicher. Der Hersteller nennt bis zu 128 GB sowie bis zu einen Petaflop KI-Rechenleistung im FP4-Format. Diese Maximalwerte beschreiben die Plattformspitze. Eine FP4-KI-Angabe ist zudem kein direkter Maßstab für Spieleleistung oder einen konkreten Videoexport.
Für Content-Produktion liegt der mögliche Nutzen im Zusammenspiel: Videos bearbeiten, 3D-Projekte verarbeiten und passende KI-Modelle auf demselben Gerät ausführen. NVIDIA führt dafür CUDA und seine RTX-Werkzeuge an. In den Softwareinformationen zum Start werden unter anderem Broadcast 2.3 sowie angepasste Adobe-Anwendungen beschrieben. Bei Photoshop und Premiere waren die Optimierungen zum Launch über Betaversionen zugänglich; weitere Updates sollten gestaffelt folgen.
Lokale Verarbeitung kann die Abhängigkeit von Cloud-Inferenz verringern. Ob ein konkreter Arbeitsablauf vollständig auf dem Gerät bleibt, hängt jedoch von Anwendung, Modell und Konfiguration ab. Das RTX-Spark-Logo allein beantwortet diese Frage ebenso wenig wie die nach der Qualität eines KI-Ergebnisses.
Ein anschaulicher Auftakt mit offenen Praxisfragen
Der Berliner Abend brachte das Konzept von RTX Spark nah an die Anwendungen: Spiele auf schlanken Notebooks, ein Mini-PC mit großem gemeinsamem Speicher und ein Programm, das Gaming, Kreativarbeit und Entwicklung miteinander verband. Jensen Huang sorgte für den öffentlichkeitswirksamen Höhepunkt. Die greifbarere Geschichte erzählen die ausgestellten Rechner und ihre unterschiedlichen Konfigurationen.
Entscheidend bleibt, wie gut ein konkretes Gerät die benötigten Programme und Spiele im Alltag bedient. Dafür zählen Kompatibilität, Dauerleistung, Akkulaufzeit, Lautstärke und Preis. Der Eventbericht ergänzt die bereits veröffentlichte Meldung zum Marktstart um die Eindrücke und Gerätefotos aus Berlin. Ein ausführlicher Hardwaretest muss die offenen Leistungsfragen klären.
Fotos: Sebastian Selinger / XboxDev. Veranstaltungsdatum: 16. Oktober 2026. Geräteausstattungen laut Beschriftung vor Ort; Plattform- und Softwareangaben laut den verlinkten Herstellerinformationen.

