TransPerfect übernimmt den Spiele-Dienstleister MoGi Group

TransPerfect hat am 6. September 2019 die Übernahme des Spiele-Dienstleisters MoGi Group bekanntgegeben. Der auf Sprach- und Übersetzungslösungen spezialisierte Konzern mit Hauptsitz in New York baut damit sein Geschäft für die Games-Branche aus. Der Vertrag wurde laut TransPerfect am 30. August 2019 geschlossen, zum Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben.

MoGi bedient Studios von der Lokalisierung bis zum Test

MoGi Group wurde 2007 gegründet und hat seinen Sitz in Dublin. Niederlassungen bestehen in Athen, Berlin, Brüssel, München und Charlotte. Branchenbeobachter ordneten das Unternehmen weltweit auf dem dritten Platz der Spielelokalisierung ein, mehr als 650 Kunden nutzten demnach die Dienste. Zum Portfolio gehören neben der Lokalisierung von Spielen auch Community-Management, Spieler-Support, Qualitätssicherung und Spieletests, Voice-Over-Aufnahmen, Cybersicherheit, Tool-Entwicklung, Art-Design und Altersklassifizierungen. MoGi betreute Konsolen- und Mobile-Titel großer Studios ebenso wie unabhängige Projekte.

Der Zukauf fällt in eine Phase von Konsolidierungen bei externen Entwicklungsdienstleistern. So übernahm Keywords Studios im Juni Descriptive Video Works und baute damit seine Dienste für barrierefreie Inhalte aus.

Führungsteam führt eigene Gaming-Division

MoGi-Gründer und CEO Orad Elkayam wird bei TransPerfect Division President, die bisherige Head of Global Operations Zoi Vitsentzou übernimmt die Position der Head of Global Gaming Operations. Beide rücken in die Geschäftsführung des Erwerbers auf und leiten weiterhin das Tagesgeschäft von MoGi. TransPerfect-CEO Phil Shawe sagte in einem Interview mit Slator, MoGi als eigene Division bestehen zu lassen; Entscheidungen zur Marke blieben auf lokaler Ebene. Vor der Übernahme hielten Elkayam und Vitsentzou sämtliche Anteile an MoGi.

Ausbau in Asien und Lateinamerika

Für MoGi öffnet die Übernahme nach eigenen Angaben Türen nach Asien und Lateinamerika: TransPerfect ist in Japan, Südkorea, Brasilien und Nordamerika vertreten und erschließt dem Team damit diese Märkte. Gleichzeitig will MoGi in kreative Dienste investieren, darunter die neu angekündigte Art-Abteilung und eigene Animationsgruppen.

Shawe begründete den Schritt mit dem wachsenden Bedarf an durchgängiger Lokalisierung über einzelne Titel hinweg; mehrere Dienstleister pro Update seien ineffizient. Das Segment der Spielelokalisierung bezifferte er in dem Slator-Beitrag auf 0,6 Milliarden US-Dollar. TransPerfect erwartete für 2019 einen Gesamtumsatz von mehr als 750 Millionen US-Dollar, ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Anknüpfungspunkt sieht das Unternehmen bei seiner Übersetzungsmanagement-Plattform GlobalLink, deren Workflows zu kontinuierlichen Releases der Spielebranche passten. Beim Deal wurde TransPerfect von der Kanzlei DLA Piper und dem Buchprüfer T Jones and Company begleitet, für MoGi arbeitete Walsh O’Brien.

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