GraalVM 19.2.0: API-Erweiterungen fuer den mehrsprachigen Einsatz

Oracle hat am 3. September 2019 GraalVM 19.2.0 als Feature Release freigegeben. Die polyglotte Virtual Machine, die Java, JavaScript, Ruby, R, Python und LLVM-basierte Sprachen wie C und C++ in einer einheitlichen Laufzeitumgebung ausfuehrt, bringt in dieser Version vor allem Erweiterungen im SDK und in der Truffle-API, die feinere Steuermoeglichkeiten beim sprachueberschreitenden Datenaustausch erlauben.

Die wichtigste Neuerung im Bereich der polyglotten Konfiguration ist PolyglotAccess.newBuilder(). Damit laesst sich die Zugriffskontrolle fuer polyglotte Bindings und sprachueberschreitende Aufrufe deutlich granularer steuern als bisher. Besondere Bedeutung hat das fuer Szenarien, in denen GraalVM innerhalb des Oracle-Datenbanksystems ausgefuehrt wird, wo Typen und Sprachgrenzen beim Datenaustausch praezise behandelt werden muessen. Darueber hinaus unterstuetzen die polyglotten APIs ab 19.2.0 native Werte fuer Datum, Zeit, Zeitzone und Dauer; die neue Klasse Context.Builder.timeZone(ZoneId) ermoegt die Konfiguration einer Standardzeitzone im mehrsprachigen Kontext. Aeltere Benchmarks zu LLVM-basierten Compiler-Toolchains finden sich etwa im Beitrag zu clang-cl und Windows-Builds von November 2018.

JavaScript, Ruby, R und Python

Die Aenderungen im SDK und der Truffle-API kommen direkt der JavaScript-Komponente zugute. Entwickler koennen ab dieser Version numerische Separatoren aus dem TC39-Proposal nutzen, sobald der ECMAScript-2020-Modus mit --js.ecmascript-version=2020 aktiviert ist. GraalVM 19.2.0 integriert die ICU-Daten (International Components for Unicode) nun direkt in die JS-Executable. Bisher war fuer jede Sprache eine separate Datei im Installationsverzeichnis noetig, was die Verteilung erschwerte. Ebenfalls neu ist die experimentelle Moeglichkeit, native Programme in C oder C++ mit der LLVM-Toolchain zu Bitcode zu kompilieren. Die vollstaendigen Aenderungen sind in den Release Notes auf GitHub dokumentiert.

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