Gaijin Entertainment kündigt für den 25. Oktober 2022 einen technischen Umbau von Crossout an. Das Update Supercharged stellt das Fahrzeugkampfspiel auf Targem Engine 2.0 mit einer überarbeiteten Beleuchtungspipeline um. Die Verbesserungen sollen auch PlayStation 4 und Xbox One erreichen; Systemanforderungen und Leistung bleiben laut der am 11. Oktober veröffentlichten Mitteilung unverändert.
Der offizielle Technik-Trailer zeigt die Änderungen an Schatten, Reflexionen und Nachbearbeitung. Der Entwicklerblog beschreibt die Rendering-Verfahren ausführlicher. Für das indirekte Licht übernimmt Targem eine angepasste Variante der Scalable Global Illumination aus der Dagor Engine. Statt einer vorab berechneten diffusen Cubemap berücksichtigt die neue Berechnung die umgebende Geometrie sowie reflektiertes und gestreutes Licht.
Schatten und Reflexionen aus der Bildtiefe
Screen Space Contact Shadows und Screen Space Local Reflections nutzen die Tiefeninformationen des gerenderten Bildes. Für Kontaktverschattung werden Strahlen in Richtung der Lichtquelle geprüft, für Reflexionen entlang der erwarteten Spiegelungsrichtung. Die Effekte arbeiten dadurch mit den im Bild vorhandenen Flächen. Der Entwickler nennt TAA oder vergleichbare temporale Verfahren als Voraussetzung, weil Ergebnisse über mehrere Frames gesammelt werden.
Die lokalen Reflexionen ersetzen die bisherige SSPR-Technik, die zusätzliche CPU-Berechnungen benötigte und bei der Zahl und Form reflektierender Flächen eingeschränkt war. Auch Bloom wird neu berechnet: Die Vorbereitung berücksichtigt die Belichtung der Kamera, anschließend folgen mehrere Gaußsche Weichzeichnungsstufen. Der Hersteller verspricht für diese überarbeitete Nachbearbeitung ungefähr den bisherigen Leistungsaufwand. Die Intensität der Bewegungsunschärfe soll separat einstellbar sein.
Fahrphysik und Bedienung ändern sich ebenfalls
Die Pressemitteilung beschreibt außerdem eine überarbeitete Radphysik, eine stärker reagierende Federung und Änderungen an Kamera, Benutzeroberfläche und Steuerung. Fahrzeuge mit mechanischen Beinen oder Hover-Antrieb sollen sich leichter seitwärts bewegen lassen. Schwerpunkt und Gewicht werden bei ihren Bewegungen stärker berücksichtigt. Konkrete Messwerte zur Bildrate oder zum Ressourcenbedarf legt die Ankündigung nicht vor.
Für Gaijin, das bereits konsolenübergreifendes Spielen für War Thunder angefragt hatte, betrifft der Umbau damit sowohl die Rendering-Technik als auch die Bedienung eines bestehenden Onlinespiels. Die angekündigten Konsolenverbesserungen umfassen ausdrücklich die ältere Generation mit Xbox One und PlayStation 4.

