IFA 2026: Aurzen ZIP Pro überzeugt als faltbarer Full-HD-Beamer

Aurzen hat auf der IFA 2026 den ZIP Pro vorgestellt: einen dreifach faltbaren Mini-Beamer mit Full-HD-Auflösung und direkter USB-C-Bildübertragung. Unser Redakteur hätte ihn nach der Präsentation am liebsten gleich mit ins Hotel genommen. Gegenüber dem bisherigen ZIP fällt das Gerät etwas größer aus, hinterließ bei unserem Messebesuch aber den deutlich überzeugenderen Gesamteindruck.

Der Reiz liegt in der Kombination aus kleinem Transportformat und einem Bild, für das sonst ein wesentlich größerer Bildschirm mitreisen müsste. Das ist zunächst ein persönlicher Messeeindruck, kein abgeschlossener Produkttest. Eigene Messungen zu Helligkeit, Eingabeverzögerung und Akkulaufzeit liegen nicht vor. Aurzen zeigt das Konzept zusätzlich in seiner offiziellen Videovorstellung.

Aurzen ZIP Pro: Mehr Auflösung, aber auch mehr Gewicht

Das bekannte Z-förmige Faltprinzip bleibt erhalten. Aufgeklappt dient das Gehäuse selbst als verstellbarer Standfuß, zusammengelegt entsteht ein flaches Paket. Aurzen nennt in der Ankündigung native 1080p und 200 ANSI-Lumen. Die 10,7 Millimeter dünne optische Einheit ist dabei nicht mit der Dicke des vollständigen Geräts zu verwechseln.

Wie deutlich sich die Bauform verändert hat, zeigt der Vergleich der technischen Angaben zum ursprünglichen ZIP mit dem neuen Modell. Beide passen in ein mobiles Setup, die Pro-Version wiegt allerdings mehr als doppelt so viel. Die zusätzliche Ausstattung ist also nicht ohne Platz- und Gewichtszuwachs zu haben.

MerkmalAurzen ZIPAurzen ZIP Pro
Native Auflösung1.280 × 720 Pixel1.920 × 1.080 Pixel
Helligkeit laut Hersteller100 ANSI-Lumen200 ANSI-Lumen
Maße zusammengefaltet84 × 78 × 26 mm115 × 97 × 44 mm
Gewicht280 g586 g
Beworbene AkkulaufzeitBis zu 1,5 StundenBis zu 2,5 Stunden im ECO-Modus
Direkter USB-C-VideoeingangNeinJa, für kompatible Quellen
Herstellerangaben, keine Messwerte der Redaktion. Auflösung und Lichtleistung erlauben allein noch kein vollständiges Urteil über die Bildqualität.
Aurzen ZIP Pro zusammengefaltet: Die drei Gehäusesegmente liegen übereinander - Bild: Aurzen
Aurzen ZIP Pro zusammengefaltet: Die drei Gehäusesegmente liegen übereinander – Bild: Aurzen

USB-C macht den Unterschied für mobile Spiele-Setups

Für den Gaming-Einsatz ist der neue Videoeingang besonders interessant. Aurzen bewirbt eine direkte Type-C-Verbindung zur Nintendo Switch ohne separates Dock oder Adapter. Bei Smartphones und Notebooks setzt der Anschluss eine kompatible Videoausgabe über DisplayPort Alt Mode voraus. Eine USB-C-Buchse allein garantiert daher noch keine Bildübertragung.

Ein eigener Spielemodus soll die Verzögerung reduzieren. Wie gut sich schnelle Spiele damit tatsächlich steuern lassen, müsste ein gezielter Praxistest zeigen. Die Switch-Angabe ist außerdem keine pauschale Kompatibilitätszusage für andere Konsolen. Drahtlose Übertragung bleibt als Alternative vorgesehen, ersetzt aber keinen Test der konkreten Kombination aus Quelle, Verbindung und Anwendung.

Touchdisplay und zwei Kopfhörer für unterwegs

Zur Bedienung kommt ein kleines Touchdisplay hinzu, das unter anderem Akkustand, Verbindungsstatus und Steuerelemente anzeigt. Autofokus und Trapezkorrektur sollen den Aufbau erleichtern. Zwei Bluetooth-Kopfhörer lassen sich laut Aurzen gleichzeitig verbinden, etwa für einen gemeinsamen Filmabend ohne Lautsprecherwiedergabe. Der integrierte Akku soll bis zu zweieinhalb Stunden durchhalten; USB-C PD dient zum Nachladen.

Die Produktbeschreibung begrenzt die maximale Laufzeit auf den ECO-Modus. Außerdem arbeitet der ZIP Pro mit extern zugespielten Inhalten, nicht mit vorinstallierten Streaming-Apps wie Netflix. Kopiergeschützte Videos lassen sich nicht beliebig drahtlos spiegeln. Für einen Hotelabend muss deshalb nicht nur die freie Wand, sondern auch der geplante Zuspielweg passen.

Für kleine Vorführungen interessant, nicht für jeden Raum

Aus Entwicklersicht ist ein solches Gerät auch für kleine Projektvorführungen oder einen spontanen Pitch denkbar. Ein Notebook und ein kompakter Projektor könnten genügen, sofern Raum und Projektionsfläche mitspielen. Die höhere Auflösung gegenüber dem ZIP ist dabei gerade für Text und Benutzeroberflächen relevant. Eine helle Messehalle oder ein großer Besprechungsraum sind jedoch andere Einsatzbedingungen als ein abgedunkeltes Hotelzimmer.

Aurzen selbst empfiehlt dunkle Umgebungen und nennt dafür Bilddiagonalen von 60 bis 80 Zoll. Die Bezeichnung als weltweit erster dreifach faltbarer Full-HD-Taschenprojektor stammt ebenfalls vom Hersteller; eine unabhängige Prüfung dieses Alleinstellungsanspruchs liegt nicht vor.

Zur Vorstellung nennt Aurzen einen US-Listenpreis von 629,99 US-Dollar und einen zeitlich begrenzten Vorbestellpreis von 579,99 US-Dollar. Ein verbindlicher deutscher Endpreis ist damit nicht belegt. Ob der ZIP Pro seinen positiven Messeauftritt auch bei längerem Einsatz bestätigt, entscheidet sich vor allem an Akkudauer, Lüftergeräusch und der Zuverlässigkeit der verschiedenen Zuspielwege.

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