Das Landgericht Leipzig hat die Vollstreckung eines US-Urteils gegen die Zwickauer Bossland GmbH abgelehnt. Blizzard wollte in Deutschland eine Forderung von 8,56 Millionen US-Dollar durchsetzen. Das Urteil des Landgerichts Leipzig vom 22. Februar 2018 trägt das Aktenzeichen 5 O 3052/17.
Das US-Gericht hatte Bossland zuvor wegen Rechtsverletzungen im Zusammenhang mit Cheat-Software für Blizzard-Spiele zu einer Zahlung verurteilt. Die Summe beruhte auf der Zusammenrechnung von 42.818 einzelnen Verstößen. Blizzard wollte diese Entscheidung anschließend in Deutschland vollstrecken.
Leipziger Gericht beanstandet die Berechnung
Nach der Entscheidung war die aus den Einzelverstößen gebildete Gesamtsumme derart hoch, dass sie mit den Grundsätzen des deutschen zivilrechtlichen Schadensersatzes nicht vereinbar sei. Das Landgericht lehnte deshalb die Anerkennung und Vollstreckung der US-Forderung in Deutschland ab.
Der Beschluss betrifft die Durchsetzung dieses US-Urteils in Deutschland. Er ist keine allgemeine Aussage zur Zulässigkeit von Cheat-Software. Der Rechtsstreit zwischen Blizzard und Bossland hatte bereits zuvor die Software Tyrant für Overwatch betroffen, wie ein früherer Bericht dokumentiert.

