Die französische Börsenaufsicht Autorité des marchés financiers ermittelte im November 2016 gegen den Chef von Ubisoft Montreal, Yanis Mallat, und vier weitere kanadische Beschäftigte. Nach dem damaligen Bericht sollen die Betroffenen im Herbst 2013 Ubisoft-Aktien verkauft haben, bevor Verschiebungen von Watch Dogs und The Crew öffentlich wurden.
Nach Bekanntgabe der Terminänderungen verloren die Anteilsscheine laut dem Bericht rund 25 Prozent ihres Wertes. Mallat bestritt die Vorwürfe in einem Gespräch mit der kanadischen Zeitung La Presse. Ubisoft erklärte, das Unternehmen unterstütze die betroffenen Mitarbeiter während der Untersuchung.
Vorwürfe in einer angespannten Übernahmesituation
Die Untersuchung fiel in eine wirtschaftlich angespannte Phase für Ubisoft. Der Medienkonzern Vivendi hatte wenige Tage zuvor mitgeteilt, knapp 25 Prozent der Ubisoft-Anteile zu halten. Der Aktienkurs spielte damit nicht nur für die laufende Entwicklung und Veröffentlichung von Spielen eine Rolle, sondern auch für die Abwehr einer möglichen Übernahme.
Der Fall verband Terminrisiken in der Spieleproduktion mit den Regeln des Kapitalmarkts. Die Ermittlungen richteten sich auf die Frage, ob interne Informationen über Watch Dogs und The Crew vor ihrer Veröffentlichung für Wertpapiergeschäfte genutzt worden waren. Ein älterer Beitrag zu digitalen Spieleplattformen zeigt den Branchenkontext, in dem Publisher ihre Veröffentlichungen und Vertriebsmodelle organisieren.
