Starbreeze rechnete im Frühjahr 2019 mit einem Liquiditätsengpass, falls keine neue Finanzierung gefunden wird. Im offiziellen Zwischenbericht für das erste Quartal 2019 erklärte das schwedische Unternehmen, dass die gesicherten Mittel nicht für zwölf weitere Monate ausreichen würden. Ein Engpass wurde vor Mitte 2019 erwartet, sofern keine zusätzlichen Mittel zufließen.
Starbreeze befand sich seit Dezember 2018 in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren. Der amtierende Vorstandschef Mikael Nermark nannte die Sicherung der Finanzierung als wichtigste Aufgabe. Eine detaillierte Strategie für die weitere Entwicklung sollte erst nach der Finanzierung vorgelegt werden.
Umsatz sinkt, Verlust steigt
Im ersten Quartal erzielte Starbreeze einen Umsatz von 47,8 Millionen schwedischen Kronen. Das entsprach einem Rückgang von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Verlust vor Steuern stieg von 6,4 Millionen auf 167,3 Millionen Kronen. Die Zahlen spiegelten die Folgen der schwachen Vermarktung von Overkills The Walking Dead und der laufenden Restrukturierung wider.
Der Umsatz von Overkills The Walking Dead lag im Quartal nur bei 2,1 Millionen Kronen. Im März hatte Skybound die Lizenzvereinbarung beendet. Starbreeze bestritt die Beendigung des Vertrags im Quartalsbericht. Die geplante Konsolenversion erschien nicht, während die PC-Version aus Steam entfernt wurde.
Payday bleibt zentrale Einnahmequelle
Den größten Umsatzbeitrag lieferte Payday mit 26,7 Millionen Kronen. Damit lag die Marke ungefähr auf dem Niveau des ersten Quartals 2018. Nermark bezeichnete Payday im Bericht als wichtigstes Vermögen des Unternehmens. Gleichzeitig war Starbreeze finanziell nicht in der Lage, die Entwicklung von Payday 3 ohne zusätzliche Mittel ausreichend schnell voranzutreiben.
Starbreeze hatte bereits Veröffentlichungsrechte verkauft, darunter die Rechte an System Shock 3 und 10 Crowns. Weitere Verkäufe von Vermögenswerten wurden als mögliche Finanzierungsquelle genannt. Zusätzlich schloss das Unternehmen mit Universal eine Vereinbarung für Payday: Crime War auf mobilen Plattformen.
Finanzierung entscheidet über die weitere Produktion
Die Zahlen machten deutlich, wie stark ein einzelner kommerzieller Fehlschlag die Planung eines unabhängigen Publishers beeinflussen kann. Für die Weiterentwicklung bestehender Marken und neue Projekte brauchte Starbreeze kurzfristig zusätzliches Kapital. Als Wege nannte das Unternehmen neue Investoren, den Verkauf von Rechten und weitere Vertriebsvereinbarungen.
