Virtual Reality, Augmented Reality und räumliche Interfaces waren auf dem Käpsele Innovation Festival nicht primär als Unterhaltungsmedien vertreten. Die gezeigten Anwendungen konzentrierten sich auf Training, Wissensvermittlung, Visualisierung und industrielle Prozesse.
The Cyberländ präsentierte das Creative Länd VR-Portal mit dem KI-Avatar MAIA. Die Anwendung soll den Einstieg in immersive Inhalte vereinfachen und Fragen innerhalb der virtuellen Umgebung beantworten. Präsentiert wurde das System unter anderem auf der Apple Vision Pro. Cyberländ versteht sich als baden-württembergische Plattform für immersive Technologien, digitale Zwillinge und KI-basierte Wissenssysteme.
ExploraVision verbindet Projektion, Sensorik und physische Steuerung
Die Hochschule Furtwangen zeigte mit ExploraVision einen interaktiven Tisch, der einen transparenten Bildschirm beziehungsweise eine Projektionsfläche mit Sensorik und physischen Holzwürfeln verbindet. Die Würfel dienen als greifbare Bedienelemente für digitale Inhalte. Statt Menüs per Maus oder Touchscreen zu bedienen, werden Informationen durch das Verschieben realer Objekte gesteuert.

Die Hochschule ordnet den Tisch unter anderem der interaktiven Datenvisualisierung, dem Rapid Prototyping begehbarer digitaler Zwillinge und der digitalen ÖPNV-Planung zu. Für Game- und Experience-Designer ist vor allem die Verbindung aus physischem Objekt, räumlicher Position und digitaler Reaktion interessant. Das Konzept greift Prinzipien auf, die aus Tabletop-Spielen und Tangible User Interfaces bekannt sind.
Virtuelle Trainingsumgebungen für Handwerk und Medizin
Das Zentrum Holzbau Schwarzwald setzte AR und Gamification ein, um Arbeitsschritte und Wissen rund um den Werkstoff Holz zu vermitteln. Am virtuellen Wald konnten Abläufe spielerisch erkundet werden. Das Zentrum verfolgt grundsätzlich das Ziel, praktische Arbeit im Holzbau mit angewandter Forschung und Bildungsangeboten zu verbinden.
Pfizer präsentierte parallel eine VR-Anwendung für medizinisches Fachpersonal. Simuliert wurden realitätsnahe Szenarien zur Diagnostik und Behandlung respiratorischer Infektionen. Die virtuelle Umgebung ermöglicht es, Abläufe und Kommunikation zu trainieren, ohne Patienten oder medizinisches Personal einem realen Risiko auszusetzen.
Der Ansatz erinnert an die VR-Schweißsimulation einer Handwerkskammer, die im vergangenen Jahr gezeigt wurde. Beide Beispiele nutzen Methoden aus der Spieleentwicklung nicht für Unterhaltung, sondern für wiederholbare Trainingssituationen mit direktem Feedback. Für Studios und XR-Dienstleister erweitert sich damit das potenzielle Geschäftsfeld um industrielle Schulung, medizinische Simulation und berufliche Weiterbildung.
