4J Studios holt Minecraft-YouTuber Stampy für neues Sandbox-Spiel Reforj an Bord

Das schottische Studio 4J Studios hat den britischen YouTuber Joseph Garrett, besser bekannt unter seinem Kanalnamen Stampy, für die Entwicklung eines neuen Sandbox-Spiels gewonnen. Wie am 17. September 2024 bekannt wurde, arbeitet Garrett inzwischen an etwa drei Tagen pro Woche direkt im Team des Dundee-Studios an dem Projekt mit dem Namen Reforj.

4J Studios ist vor allem für seine Konsolenportierungen von Minecraft bekannt und hatte mit Garrett bereits mehrfach zusammengearbeitet, unter anderem bei gemeinsamen Auftritten auf der Minecon. Für den YouTuber, der seine erfolgreiche Videoreihe „Stampy’s Lovely World“ zuvor beendet hatte, ist der Wechsel vom Content Creator zum festen Teammitglied trotzdem ein deutlicher Rollenwechsel. Studiogründer Chris van der Kuyl beschreibt Garrett als vollwertigen Bestandteil des Teams, der reguläre Aufgaben übernimmt, statt nur punktuell beratend tätig zu sein.

Reforj soll nicht als zweites Minecraft verstanden werden

Reforj ist als kreatives Survival-Sandbox-Spiel angelegt und wird angesichts der Vorgeschichte des Teams unweigerlich mit Minecraft verglichen. Sowohl Garrett als auch van der Kuyl weisen den Gedanken an eine Kopie zurück, obwohl beide sich selbst als große Minecraft-Fans bezeichnen. Feste Nutzerzahlen als Ziel gibt es beim Studio nicht, stattdessen setzt man auf eine wachsende Community, die von Beginn an in die Entwicklung eingebunden wird. Erste Gruppen von YouTubern waren zum Zeitpunkt der Ankündigung bereits zu Gast im Studio, eine Pre-Alpha-Version befand sich zu diesem Zeitpunkt in Vorbereitung.

Das Team hinter Reforj bleibt bewusst klein. 4J Studios beschäftigt insgesamt rund 50 Mitarbeiter, von denen zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht alle am Projekt arbeiteten. Laut van der Kuyl soll die Mannschaft erst wachsen, wenn der grundsätzliche Umfang des Spiels feststeht, um Fehlentscheidungen durch zu frühes Aufstocken zu vermeiden.

Technisches Fundament: die Elements Engine

Basis von Reforj ist eine hauseigene Technologie namens Elements Engine, an der 4J Studios nach eigenen Angaben seit rund fünf Jahren arbeitet. Ziel war eine GPU-beschleunigte Grundlage speziell für Sandbox- und Voxel-Spiele, die anders als Unity oder Unreal auf eine konstante Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde bei großen, veränderbaren Welten ausgelegt ist. Speicherstände sichern dabei laut Studio nur die vorgenommenen Änderungen an der Welt statt der kompletten Welt selbst, was Ladezeiten deutlich verkürzen soll.

Die Engine ist bewusst auf aktuelle Hardware ausgelegt und läuft nicht auf älteren Plattformen wie Nintendo Switch oder PlayStation 4. Als Mindestanforderung auf Konsolen nennt das Studio die Xbox Series S. Ein erstes Video zur Engine-Technik erzielte laut 4J Studios bereits deutlich mehr Aufrufe als intern erwartet. Mobile Plattformen sind vorerst nicht Teil der Planung, sollen laut Studio aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen bleiben, sobald entsprechende Hardware mitziehe.

Vor Reforj hatte 4J Studios mit dem Partyspiel Manic Mechanics bereits ein erstes eigenes Projekt ohne fremde Vorlage veröffentlicht. Laut van der Kuyl diente dieser kleinere Ausflug in Unreal Engine vor allem dazu, herauszufinden, wie das Studio ohne externe Vorgaben zusammenarbeitet, und war damit eine Vorbereitung für das deutlich größere Vorhaben Reforj.

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