Vivaldi bringt seinen Browser als Beta auf Android

Vivaldi ist jetzt auf Android erreichbar. Das Unternehmen hat am 9. September 2019 eine Beta des Browsers für Android in den Google Play Store gestellt, wie Gründer Jon von Tetzchner im offiziellen Blog mitteilt. Die App setzt auf Geräten ab Android 5 auf und soll die Desktop-Erfahrung der Desktop-Version auf dem Telefon fortführen.

Für die technische Basis hat Vivaldi den Chromium-Quellcode selbst angepasst. Wie bei der Desktop-Version baut das Team einen eigenen Browserkern auf Chromium auf, ersetzt in der mobilen Variante aber die Java- und XML-basierte Android-Oberfläche des Google-Browserkerns durch eigene Programmbausteine. Damit umgeht Vivaldi die Vorgabe von Google, auf Android ausschließlich WebKit-Komponenten des Systems zu verwenden, und hält zugleich die Chromium-Version unabhängig von den Auslieferungszyklen des Betriebssystemherstellers aktuell.

Speed Dials, Panels und Notizen auf dem Telefon

Zum Start bringt die App die aus der Desktop-Version bekannten Werkzeuge mit: Speed Dials als Startseitenansicht, ein Panel-System für Web-Apps und Seitenleisten, ein Notizwerkzeug sowie eine Vollbildschirm-Ansicht für gelesene Artikel. Das Screenshot-Werkzeug erfasst wahlweise den sichtbaren Bereich oder die komplette Seitenlänge. Der Tab-Wechsler zeigt geöffnete, private, kürzlich geschlossene und auf anderen Geräten geöffnete Tabs an.

Für die Synchronisation zwischen Telefon und Desktop nutzt Vivaldi eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wodurch Lesezeichen, Passwörter, Notizen und offene Tabs ohne Klartext auf den Servern des Anbieters landen. Der Anbieter betont außerdem, das Surfverhalten der Nutzer nicht zu protokollieren. Für Tester, die das Gerät als tägliches Arbeitswerkzeug einsetzen, ist das der entscheidende Unterschied zu den vorinstallierten Standardbrowsern.

Tablet-Oberfläche noch in Arbeit

Eine eigene Tablet-Oberfläche war zum Start noch in Arbeit. Vivaldi bezeichnete die Beta ausdrücklich als ersten Schritt und warb um Rückmeldungen aus der Community, um weitere Versionen in den folgenden Monaten zu veröffentlichen.

Wer die App ausprobieren möchte, findet sie im Google Play Store unter dem Paketnamen com.vivaldi.browser. Der Schritt auf mobile Geräte folgt einer Entwicklung, die auch Microsoft mit dem Wechsel von Edge auf Chromium vollzogen hat: ein einheitlicher Browserkern über alle Plattformen, um Webtests und Rendering-Unterschiede zu reduzieren. Zur selben Zeit arbeiteten die Browseranbieter an gemeinsamen technischen Grenzen für das Web, wie der beschlossene Flash-Verzicht für 2020 zeigte.

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