Verrückte Casemods: Doomslayer, Getränkebar oder lieber Stickstoffkühlung?

Der Speicherhersteller Gskill hat auf der Computex 2025 neben seiner aktuellen Kollektion an Arbeitsspeicher und Peripheriegeräten auch einen eigenen Ausstellungsbereich für Casemods eingerichtet. Laut einer Ankündigung von G.Skill zeigten PC-Bastler und Künstler aus aller Welt dort, dass ein Computer auch zum Kunstobjekt werden kann. In diesem Jahr stand vor allem extreme Kühlung im Mittelpunkt.

Der wohl auffälligste Rechner der Ausstellung war ein PC im Format einer Cocktailbar. Anders als frühere ähnliche Projekte, die lediglich mit einem Raspberry Pi auskamen, bietet dieser Bar-PC Platz für ein vollwertiges ATX-Mainboard samt individueller Wasserkühlung, per Riser-Kabel ließe sich sogar eine Grafikkarte verbauen. Im unteren Bereich ist ein Kühlschrank mit vier verschiedenen Getränkesorten verbaut, die über eine eigene Zapfvorrichtung entnommen werden können, inklusive einer kleinen Quietsche-Ente zur Anzeige des Durchflusses.

Flüssiger Stickstoff bei minus 196 Grad

Deutlich kälter ging es bei einem anderen Aufbau zu. Statt Getränken wurde dort die im Rechner verbaute Arrow-Lake-CPU mit flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius gekühlt, der über kleine Kapillaren direkt an den Kühlkörper geleitet wird. Theoretisch lassen sich damit dauerhaft sehr hohe Taktfrequenzen erreichen, weil die Luft unter der Abdeckung vom gasförmigen Stickstoff verdrängt wird und Kondenswasser nur am Rand entsteht, während die Hardware selbst trocken bleibt.

Alltagstauglich ist ein solcher Aufbau dadurch aber längst nicht. Pro Stunde fließen rund 13 Liter flüssiger Stickstoff durch das System, je nach Nutzungsdauer entstehen so Kosten zwischen 50 und 150 Euro am Tag allein für das Kühlmittel.

Hübsch und praktisch nutzbar

Für den täglichen Betrieb eigneten sich eher die übrigen Exponate der Schau: ein Rechner im Stil eines Stachelrochens mit beweglichen Flossen, ein Gehäuse im Design eines Märchen-Cafés auf Basis eines Hyte-Y70-Gehäuses mit Komponenten von Bitspower und Phanteks sowie ein Modell mit einer 240-Millimeter-Wasserkühlung im Rucksack-Format. Für viele aktuelle RTX-50-Grafikkarten gibt es noch keine passenden Wasserkühler, weshalb in diesem Jahr insgesamt mehr Luftkühler zu sehen waren als in den Vorjahren.

Zu kaufen gibt es die ausgestellten Rechner in der Regel nicht. Die jeweiligen Erbauer nutzen die Ausstellung aber häufig als Referenz für ihr handwerkliches Können und erhalten im Anschluss Anfragen für individuelle Auftragsarbeiten, sowohl von Privatpersonen als auch aus der Industrie zu Werbezwecken.

Weitere Eindrücke von der Messe liefert auch der Bericht über MSIs Gaming-Handheld-Portfolio auf der Computex 2025.

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