Valve kündigt Steam Frame an: Streaming-first Standalone-VR-Headset mit SteamOS

Valve hat am 12. November 2025 das Steam Frame offiziell vorgestellt, ein lange unter dem Codenamen Deckard gehandeltes Standalone-VR-Headset, das auf SteamOS basiert. Das Gerät tritt die Nachfolge des Valve Index an und verfolgt einen streaming-first ausgelegten Ansatz. Es kann die Steam-Bibliothek autark berechnen und genauso von einem PC drahtlos übertragen. Der direkte Gegner sind die Android-basierten Standalone-Headsets der Meta-Quest-Reihe, von der zuletzt die Meta Quest 3S Xbox Edition für Aufsehen sorgte.

Technisch setzt das Steam Frame auf einen Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 mit 16 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und ist in Varianten mit 256 GB sowie 1 TB UFS-Speicher geplant. Die Anzeige erfolgt über zwei LCD-Panels mit einer Auflösung von 2160 mal 2160 Pixeln pro Auge, betrachtet durch Pancake-Linsen. Unterstützt werden Bildwiederholraten von 72, 80, 90, 120 und 144 Hz, ergänzt um eine physische Anpassung des Augenabstands über ein Stellrad. Das Sichtfeld gibt Valve mit etwa 110 Grad horizontal und vertikal an. Die Basiseinheit wiegt rund 185 Gramm, mit Standard-Gesichtspolster, Akku und Riemen kommt das Gerät auf etwa 440 Gramm.

SteamOS und Proton im Standalone-Betrieb

Für Entwickler ist die Software-Basis der zentrale Punkt. Das Steam Frame läuft mit einer Variante des Arch-Linux-basierten SteamOS, das bereits vom Steam Deck bekannt ist, und führt sowohl VR- als auch Flat-Titel aus der Steam-Bibliothek aus. Die native Ausführung von Windows-Titeln erfolgt über eine weiterentwickelte Proton-Kompatibilitätsschicht, die Linux-, Windows- und Android-Anwendungen abdeckt. Für x86-Windows-Software kommt eine FEX-Emulationsschicht zum Einsatz, deren Leistungseinfluss Valve als gering beschreibt. Weil die Steam-Bibliothek auch im Standalone-Betrieb zugänglich ist, entfällt für Studios die Notwendigkeit eines separaten Store-Ökosystems, wie es bei konkurrierenden Android-Plattformen üblich ist.

Drahtloses Streaming und Eingabegeräte

Das drahtlose PC-Streaming läuft über einen dedizierten 6-GHz-Wi-Fi-6E-USB-Adapter. Das Headset verfügt über zwei getrennte Funkmodule, eines für das Heimnetzwerk und eines für die Punkt-zu-Punkt-Verbindung zum PC. Integriertes Eye-Tracking ermöglicht ein als foveated streaming bezeichnetes Verfahren, das die Latenz reduziert. Die mitgelieferten Steam Frame Controller verzichten auf den bei VR-Controllern üblichen Tracking-Ring und nutzen je 18 Infrarot-LEDs, kapazitive Sensorik sowie TMR-Thumbsticks bei Eingabe-Parität zu klassischen Gamepads. Betrieben werden sie über eine einzelne AA-Batterie. Bei der Eingabe-Hardware hat Valve eine bewegte Geschichte, wie zuletzt das Ende des Steam Controllers zeigte. Eine konkrete Preisangabe nannte Valve nicht, peilt aber einen Preis unterhalb der 999 US-Dollar des Index an. Der Marktstart ist für 2026 vorgesehen.

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