Epic Games hat am 24. Februar 2015 die Unreal Engine 4.7 veröffentlicht. Das Update bringt neue Werkzeuge für große Spielwelten, überarbeitet die Darstellung von Vegetation und ergänzt Funktionen für HDR-Texturen, Animationen, HTML5, WebGL und Virtual Reality.
Die neue Version entstand mit Beiträgen aus der Unreal-Engine-Community. Epic nennt 38 Änderungen, die aus der Entwicklergemeinschaft übernommen wurden. Dazu gehört auch ein Git-Plugin für die Versionsverwaltung. Die Veröffentlichung richtet sich damit zugleich an Teams, die ihre Produktionsabläufe stärker in die Engine integrieren wollen.
Foliage-System für große Welten
Das Foliage-System verwaltet und blendet in Unreal Engine 4.7 bis zu Millionen Instanzen hierarchisch aus. Übergänge zwischen Detailstufen sollen durch zeitliche Überblendungen weniger auffällig ausfallen. Ein neues Foliage Shading Model simuliert zudem die Lichtübertragung durch Materialien wie Gras, Blätter und Papier. Für Umgebungen mit dichter Vegetation sind das konkrete Änderungen an Rendering und Arbeitsablauf.
OpenEXR-Dateien lassen sich als HDR-Texturen importieren. Der Editor erkennt neue Dateien im Content-Ordner automatisch und importiert sie. Werden die Quelldateien außerhalb der Engine verändert, kann Unreal die zugehörigen Assets erneut einlesen. Das verkürzt die Zahl der manuellen Importvorgänge bei der Arbeit an Meshes, Sounds und Texturen.
Blueprint, WebGL und VR Preview
Epic überarbeitet den Blueprint-Editor und führt die bisherigen Ansichten in einer gemeinsamen Oberfläche zusammen. Entwickler können Komponenten direkt im Level an Actors anfügen und eigene Blueprint-Komponenten als wiederverwendbare Klassen speichern. Die Funktionen ergänzen das komponentenbasierte Arbeiten, das bei der Entwicklung interaktiver Inhalte eine zentrale Rolle spielt.
Unreal Engine 4.7 unterstützt HTML5 und WebGL über die Windows-Binärversion. Projekte lassen sich aus dem Editor für kompatible Browser paketieren. Auf dem Mac können Entwickler Android-Projekte bauen, kochen, paketieren und auf Geräte übertragen. Für Virtual Reality kommt eine VR Preview hinzu, die ein Projekt direkt aus dem Editor auf ein angeschlossenes Oculus-Rift-Gerät bringt.
Die Veröffentlichung enthält außerdem den vollständigen C++-Quellcode und Debug-Symbole der Engine. Dadurch können Entwickler bei der Fehlersuche direkt in den Engine-Code wechseln. Leap Motion ist als Plugin für codebasierte Projekte verfügbar. Die Release-Hinweise zur Version 4.7 sind im offiziellen Epic-Forum dokumentiert. Einen älteren Blick auf Engine-Werkzeuge liefert der Beitrag zu Unity 5 und PhysX 3.3.
