Der britische Branchenverband UKIE warnt vor Folgen einer strengeren Einwanderungspolitik für Spielefirmen. In seiner Stellungnahme an das Migration Advisory Committee beschreibt UKIE den internationalen Arbeitsmarkt als wichtigen Bestandteil der britischen Spieleentwicklung.
Laut der Erhebung hatten 87 Prozent der befragten Gamesunternehmen internationale Fachkräfte eingestellt, weil geeignete Bewerber im Vereinigten Königreich fehlten. In der Stellungnahme nennt UKIE außerdem den Anteil von EU-Beschäftigten unter einer möglichen Gehaltsschwelle von 30.000 Pfund mit bis zu 64 Prozent. Bei Beschäftigten aus anderen Regionen lag der entsprechende Anteil bei bis zu 34 Prozent.
Studios sind auf internationale Fachkräfte angewiesen
UKIE argumentiert, dass eine Einbeziehung von Beschäftigten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum in das Tier-2-System die Rekrutierung verteuern und verlangsamen würde. Die Kosten für ein britisches Visum lagen laut der Stellungnahme mit Visagebühr, Einwanderungsabgabe und Gesundheitszuschlag bei mehr als 6.000 Pfund. Für Deutschland und Spanien nennt der Verband Größenordnungen von etwa 2.000 Euro, für Schweden rund 1.000 Euro.
Die Frage betrifft damit nicht nur die Personalabteilung. Internationale Entwickler arbeiten in Programmierung, Design, Technik und Produktion. Ihre Bedeutung steht neben einem britischen Arbeitsmarkt, für den eine frühere Auswertung zu Gehältern von Softwareentwicklern ebenfalls deutliche Unterschiede nach Erfahrung und Aufgabenbereich dokumentiert.
Brexit als Standortfrage für die Gamesbranche
UKIE fordert ein Einwanderungssystem, das die Arbeitsweise der Gamesbranche berücksichtigt. Dazu gehören wechselnde Projektteams, internationale Studios und die Zusammenarbeit mit Dienstleistern aus mehreren Ländern. Die Stellungnahme war Teil der Konsultation des Migration Advisory Committee und bezog sich damit auf die politischen Rahmenbedingungen nach dem Brexit, nicht auf eine einzelne Unternehmensentscheidung.

