Ubisoft-Mitgründer Claude Guillemot bei Flugzeugabsturz in Frankreich gestorben

Claude Guillemot, einer der fünf Gründer des französischen Spielekonzerns Ubisoft, ist am Abend des 19. Juni 2026 beim Absturz eines Kleinflugzeugs nahe La Baule ums Leben gekommen. Der 69-Jährige saß in einer zweimotorigen Cessna 421, die zuvor von Rennes aus gestartet war. Bei dem Unglück kam eine zweite Person ums Leben. Ubisoft bestätigte den Tod des Mitgründers.

Mitgründer, aber nicht operativer Kopf von Ubisoft

Guillemot zählt zu den fünf Brüdern Claude, Christian, Gérard, Michel und Yves, die Ubisoft 1986 gemeinsam gründeten. Während sein Bruder Yves Guillemot das Unternehmen als Chief Executive Officer nach außen führt, lag Claudes Schwerpunkt nicht im Tagesgeschäft des Publishers. Bei Ubisoft gehörte er dem Verwaltungsrat an und verantwortete als Executive Vice President operative Aufgaben. Die häufige Verkürzung auf den Titel Ubisoft-Gründer greift damit zu kurz, denn die Gründung war ein Gemeinschaftswerk der Brüder, und Claudes eigentliches Wirkungsfeld lag an anderer Stelle.

Führung der Guillemot Corporation und Thrustmaster

Seine zentrale unternehmerische Rolle hatte Claude Guillemot bei der Guillemot Corporation, deren Vorsitz und Geschäftsführung er seit 1997 innehatte. Das Unternehmen vertreibt Zubehör für Computerspiele und hält die Marke Thrustmaster, die Lenkräder, HOTAS-Systeme und Gamepads für PC und Konsolen herstellt, sowie die Audiomarke Hercules. Über Thrustmaster ist die Gruppe im Lizenzgeschäft für Xbox- und PlayStation-Peripherie aktiv und damit ein fester Bestandteil des Hardware-Ökosystems rund um beide Plattformen. Die Guillemot Corporation geht auf das Vertriebsgeschäft zurück, das die Brüder bereits vor der Gründung von Ubisoft aufgebaut hatten.

Ablauf des Unglücks und Ermittlungen

Nach Angaben von franceinfo befand sich die acht Sitze fassende Maschine im Anflug auf den Flugplatz von La Baule im Département Loire-Atlantique. Zeugen zufolge leitete das Flugzeug eine Kurve ein und stürzte anschließend ab. Die zuständige Staatsanwaltschaft äußerte sich zur Identität der Opfer zunächst vorsichtig und sprach davon, dass es sich nach dem derzeitigen Ermittlungsstand um Claude Guillemot handele. Eingeleitet wurde ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung. Guillemot war den Berichten zufolge Eigentümer des Flugzeugs. Weitere Angaben zur Unglücksursache sind zu finden in der laufenden Berichterstattung der französischen Behörden.

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