Ubisoft hat am 27. März 2025 die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft angekündigt, in die der chinesische Technologiekonzern Tencent 1,16 Milliarden Euro investiert. Die Einheit bündelt die drei umsatzstärksten Marken des Publishers: Assassin’s Creed, Far Cry und Tom Clancy’s Rainbow Six. Tencent erhält im Gegenzug einen wirtschaftlichen Anteil von rund 25 Prozent. Die Transaktion bewertet die neue Gesellschaft mit einem Pre-Money-Unternehmenswert von etwa vier Milliarden Euro.
Mit der Ausgliederung verändert Ubisoft sein operatives Modell. Die Tochtergesellschaft ist in Frankreich angesiedelt und war vor der Transaktion vollständig im Besitz des Konzerns. Sie übernimmt die Entwicklung der drei Franchises mit den zugehörigen Studios, darunter Teams in Montréal, Québec, Sherbrooke, Saguenay, Barcelona und Sofia. Ziel ist der Aufbau von Spiele-Ökosystemen, die plattformübergreifend und dauerhaft tragfähig angelegt sind. Geplant sind erweiterte narrative Solo-Erlebnisse, ausgebaute Mehrspieler-Angebote, Free-to-Play-Einstiegspunkte sowie zusätzliche soziale Funktionen. Zur Pflege der Stoffe gehören auch mehrere bereits bestätigte Assassin’s-Creed-Remakes, die künftig unter dem Dach der neuen Einheit entstehen können.
Kontrolle bleibt bei Ubisoft
Trotz des Einstiegs von Tencent behält Ubisoft die Mehrheit an der neuen Gesellschaft und konsolidiert sie weiterhin in der Konzernbilanz. Für Tencent gilt eine fünfjährige Haltefrist auf die erworbenen Anteile. Ubisoft verpflichtet sich, für mindestens zwei Jahre die Mehrheit der Stimmrechte zu halten. Damit behält der Publisher die operative Steuerung über seine wichtigsten Marken, während Tencent seine bestehende Beteiligung am Mutterkonzern um ein direktes Investment in die Kernfranchises ergänzt.
Mittel zur Entschuldung und Transformation
Die Einnahmen aus der Transaktion sollen die Bilanz von Ubisoft stärken, indem sie die konsolidierte Nettoverschuldung deutlich reduzieren. Zusätzlich dienen die Mittel der Beschleunigung des Konzernumbaus und der Finanzierung ausgewählter Franchises. Co-Gründer und Chief Executive Officer Yves Guillemot bezeichnete den Schritt als Wendepunkt für das Unternehmen. Ubisoft öffne ein neues Kapitel seiner Geschichte, so Guillemot, und mache mit der Änderung des operativen Modells einen grundlegenden Schritt, der den Konzern zugleich agil und ambitioniert aufstelle. Der Abschluss der Transaktion war zum Zeitpunkt der Ankündigung für das Ende des Jahres 2025 vorgesehen und stand unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen. Die spätere Einheit firmiert unter dem Namen Vantage Studios.
