Ubisoft hat den Abschluss der strategischen Investition von Tencent in die neue Tochtergesellschaft Vantage Studios am 21. November 2025 bekanntgegeben. Tencent zahlt 1,16 Milliarden Euro in bar und erhält damit einen wirtschaftlichen Anteil von 26,32 Prozent an der Einheit, die rechtlich als Ubisoft Nova SAS firmiert. Die Bewertung beruht auf einem Pre-Money-Unternehmenswert von 3,8 Milliarden Euro. Damit vollzieht der französische Publisher die am 27. März 2025 angekündigte Bindung und überführt seine drei größten Marken in eine eigenständige Struktur.
Vantage Studios bündelt die Entwicklung von Assassin’s Creed, Far Cry und Tom Clancy’s Rainbow Six. Die Tochter ist seit dem 1. Oktober 2025 operativ tätig und umfasst rund 2.300 Beschäftigte aus den Ubisoft-Teams in Montreal, Qübec, Sherbrooke, Saguenay, Barcelona und Sofia. Geleitet wird die Einheit von den Co-CEOs Charlie Guillemot und Christophe Derennes, ergänzt um Heads of Franchises und ein beratendes Gremium. Der Sitz der Gesellschaft liegt in Frankreich.
Kontrolle bleibt bei Ubisoft
Trotz des Kapitalzuflusses behält Ubisoft die alleinige Kontrolle und konsolidiert Vantage Studios weiterhin vollständig. Die Vereinbarung legt fest, dass Ubisoft für einen Zeitraum von zwei Jahren nicht unter eine Mehrheit der Stimmrechte fallen darf. Für Tencent gilt eine fünfjährige Haltefrist auf die erworbenen Wertpapiere. Der Investor erhält übliche Minderheitenschutzrechte sowie Zustimmungsrechte bei wesentlichen Vermögensveräußerungen. Die finale kreative und geschäftliche Entscheidungshoheit über die einzelnen Marken liegt bei den beiden Co-CEOs, während Tencent eine beratende Rolle einnimmt.
Strategische Neuaufstellung nach schwachen Geschäftsjahren
Die Ausgliederung folgt auf mehrere geschäftlich schwache Jahre, die zuletzt auch von Entlassungen an mehreren Standorten begleitet wurden. Sie ordnet die drei umsatzstärksten Reihen des Konzerns in einer fokussierten Einheit. Vantage Studios ist nach den Prinzipien Autonomie, Fokus und Spielerzentrierung aufgesetzt. Das erklärte Ziel: das Wachstum der drei größten Ubisoft-Franchises beschleunigen und sie zu Markenökosystemen im Milliarden-Euro-Bereich ausbauen. Die Teams behalten dabei die volle Eigenständigkeit über kreative Ausrichtung und Geschäftsplanung der jeweiligen Marke. Mit dem Vollzug der Transaktion fließt Ubisoft frisches Kapital zu, ohne die operative Hoheit über die Kernmarken abzugeben.
