Ubisoft hat am 2. Oktober 2025 mit Vantage Studios offiziell den Namen der neuen Tochterfirma bekanntgegeben, die künftig für die Entwicklung der großen Marken Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six zuständig ist. Damit wird die im März 2025 angekündigte Ausgliederung dieser drei Reihen konkret.
Das neue Studio vereint rund 2.300 Mitarbeiter aus bestehenden Ubisoft-Teams in Montreal, Sherbrooke, Saguenay, Sofia und Barcelona. Geleitet wird Vantage Studios von Christophe Derennes und Charlie Guillemot, dem Sohn von Ubisoft-Gründer Yves Guillemot.
Mehr Eigenständigkeit für die Teams
Vantage Studios soll laut Pressemitteilung weniger zentralistisch arbeiten als der Mutterkonzern. Die Teams erhalten mehr kreative Freiheiten und Entscheidungsautonomie, nutzen aber weiterhin Infrastruktur, Technik und Services von Ubisoft. Ziele sind eine stärkere Nähe zu den Spielern, schnellere Entwicklungszyklen sowie eine kohärentere Markenführung über die drei Reihen hinweg.
Finanziell steht Vantage Studios eng mit Tencent in Verbindung. Der chinesische Technologiekonzern hält 25 Prozent der Anteile, nachdem er rund 1,16 Milliarden Euro investiert hat. Damit wird die neue Gesellschaft mit rund 4 Milliarden Euro bewertet. Ubisoft betont jedoch, dass strategische und kreative Entscheidungen weiterhin bei Derennes und Guillemot liegen und nicht bei Tencent.
Neue Projekte für Assassin’s Creed und Far Cry
Die Umstrukturierung soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Ubisoft behält andere Reihen wie The Division oder Ghost Recon weiterhin im klassischen Konzernumfeld. Beobachter werten die Gründung von Vantage Studios als möglichen Baustein für ein neues Organisationsmodell, bei dem künftig weitere Top-Marken ähnlich ausgegliedert werden könnten.
Zu den nächsten Titeln gibt es bereits erste Hinweise. Für Assassin’s Creed ist unter anderem ein Projekt mit dem Namen Hexe bestätigt, das in der Zeit der europäischen Hexenprozesse spielen soll. Für Far Cry deuten Hinweise auf ein arktisches Szenario als nächsten Schauplatz hin.
