Sproing Interactive: Sanierung und Stellenabbau im November 2016

Sproing Interactive Media kündigte im November 2016 eine Sanierung mit erheblichem Stellenabbau an. In einer direkten Stellungnahme gegenüber dem GameStandard vom 25. November beschrieb das Wiener Studio die geplante Restrukturierung. Rund zwei Drittel der Belegschaft sollten entlassen werden. Der Bericht nennt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung.

Zwei Entwicklungsteams sollten entfallen

Nach der Unternehmensstellungnahme sollten zwei Entwicklungsteams entfallen; die übrigen Teams sollten an laufenden Projekten weiterarbeiten. Die separate Sproing Publishing GmbH sei nicht betroffen. Harald Riegler, damals Gründer und CEO, sprach von insgesamt 105 Beschäftigten und angekündigten Abgängen Anfang Dezember.

Das Unternehmen erklärte den Schritt mit dem Ausfall eines Spielprojekts und Investitionen, die sich nicht wie erwartet ausgezahlt hätten. Für ausscheidende Beschäftigte habe man andere Studios angesprochen. Die Gründung eines neuen Studios wurde als Möglichkeit genannt, nicht als bereits abgeschlossene Maßnahme.

Eine geplante Restrukturierung ist kein Nachweis für ihre erfolgreiche Umsetzung. Aussagen über weiterlaufende Projekte ersetzen keine überprüfbare Projektkalkulation. Die Stellungnahme erlaubt deshalb keine unabhängige Bewertung, ob der Personalabbau die wirtschaftlichen Probleme tatsächlich beheben konnte.

Projektabhängigkeit statt pauschaler Marktursache

Auch Daedalic hatte wenige Tage zuvor zwölf Kündigungen in Hamburg angekündigt. Die damalige Geschäftsführung verwies auf Kosten und Produktionszeiten. Beide Meldungen betreffen Personalentscheidungen, belegen aber nicht dieselbe Ursache oder eine allgemeine Krise sämtlicher Mobile-Games-Studios.

Ein offizielles Unternehmensprofil im österreichischen Branchenkatalog für Japan und Korea von November 2016 stellte Sproings Arbeit an Asterix and Friends vor. Das dort veröffentlichte Spielmotiv illustriert die Entwicklungstätigkeit. Es zeigt weder das Insolvenzverfahren noch die betroffenen Beschäftigten.

Archivhinweis: Der Beitrag dokumentiert die Ankündigung und Unternehmensangaben vom 25. November 2016. Er berichtet nicht über einen aktuellen Stellenabbau und nimmt den späteren Ausgang des Sanierungsverfahrens nicht vorweg.

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