Sony: Playstation will ein Patent für Rückwärtskompatibilität

Mark Cerny, seit Jahren der leitende Systemarchitekt der Playstation-Hardware bei Sony, hat bei der zuständigen US-Behörde ein Patent mit dem Titel „Backward Compatibility Through Use Of Spoof Clock And Fine Grain Frequency Control“ eingereicht. Die Anmeldung beschreibt Verfahren, mit denen sich die Taktrate eines Prozessors bei der Berechnung älterer Anwendungen so an neuere Hardware anpassen lässt, dass diese fehlerfrei laufen. Die Entdeckung sorgte in der Community rasch für Aufmerksamkeit, weil Rückwärtskompatibilität auf Playstation-Konsolen bislang nur eingeschränkt möglich ist.

Was die Patentschrift beschreibt

Eine bahnbrechende technische Erfindung enthält das Patent nicht. Es schildert vereinfacht gesagt Abläufe, mit denen Taktraten und weitere Parameter durch Tests und Messungen so eingerichtet werden können, dass ältere Software auf neuerer Hardware korrekt funktioniert. Interessant ist die Anmeldung dennoch, weil sie zeigt, dass Sony intern an Lösungen für eine breitere Rückwärtskompatibilität arbeitet.

Aktuelle Situation auf der Playstation 5

Auf der Playstation 5 laufen die meisten Spiele der Playstation 4 bereits weitgehend problemlos. Titel für noch ältere Konsolen sind dagegen nicht ohne Weiteres kompatibel. Die 2006 veröffentlichte Playstation 3 setzte auf eine grundlegend andere Systemarchitektur mit einer von Sony gemeinsam mit IBM und Toshiba entwickelten Cell-CPU, was eine native Rückwärtskompatibilität erschwert. Sollte Sony einen praktikablen Weg finden, ältere Titel aus der umfangreichen Bibliothek auch auf aktueller Hardware anzubieten, dürfte das bei vielen Spielerinnen und Spielern auf Interesse stoßen. Wahrscheinlich würde ein solches Angebot allerdings nicht über physische Discs, sondern über Downloads erfolgen.

Möglicher Zusammenhang mit Project Spartacus

Die Patentanmeldung passt zu Berichten, wonach Sony unter dem internen Projektnamen Spartacus an einem eigenen Spieleabo arbeitet, das als Gegenstück zum Xbox Game Pass von Microsoft gilt. Sollte dieser Dienst auch Klassiker aus früheren Playstation-Generationen umfassen, könnte das für viele Kundinnen und Kunden ein wichtiges Argument für ein Abonnement sein. Berichten zufolge plant Sony, das Angebot im Frühjahr 2022 offiziell vorzustellen.

Quelle: USPTO-Patentanmeldung

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