Sony Interactive Entertainment America LLC hat am 29. August 2019 beim US-Patentamt (USPTO) einen Patentantrag für ein Cloud-Gaming-System eingereicht. Der Antrag trägt die Bezeichnung US20190262708A1 und beschreibt eine Architektur, bei der Spiele-Instanzen in Rechenzentren auf dedizierten Prozessoren, GPUs und Speicher ausgeführt werden, während Video- und Audiodaten komprimiert an Client-Geräte gestreamt werden.
Technisch setzt das Konzept auf sogenannte Channel-Driver: Virtuelle Treiber simulieren lokale Ein- und Ausgabe-Hardware für jede Spiele-Instanz und leiten die Signalverarbeitung an Streaming-Server weiter. Video-, Audio- und Eingabekanäle werden dabei getrennt geführt, um die Interaktivität während des Streamings zu gewährleisten. Jede Client-Verbindung erhält einen isolierten Video-Game-Stream, der direkt aus dem Rechenzentrum bereitgestellt wird.
Die Anmeldung fällt in eine Phase, in der mehrere Plattformhersteller ihre Cloud-Streaming-Strategien öffentlich ausbauten. Microsoft hatte auf der E3 2019 Project xCloud vorgestellt, das Xbox-Spiele per Mobilnetz auf Smartphones bringen soll. Google bereitete zu dieser Zeit den Start von Stadia vor. Sonys bestehender Streamingdienst PlayStation Now war zum Einreichungszeitpunkt bereits seit 2014 in Betrieb, allerdings mit gemischter Resonanz hinsichtlich Latenz und Spieleauswahl.
Ob das eingereichte Patent direkt auf eine Überarbeitung von PlayStation Now oder auf ein eigenständiges neues Cloud-System abzielt, geht aus der Patentschrift nicht hervor. Patentanmeldungen beschreiben Technologien, die ein Unternehmen schützen möchte, ohne einen konkreten Produktplan offenzulegen. Sony Interactive Entertainment hat sich zum Inhalt der Anmeldung nicht öffentlich geäußert.

