Die Meldung basiert auf der offiziellen Quelle von Snowflake.
Der Cloud-Datenanbieter Snowflake hat am 4. März 2022 angekündigt, das Open-Source-Unternehmen Streamlit für rund 800 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Mit dem Kauf sichert sich Snowflake ein Werkzeug, das Python-Entwicklerinnen und Entwicklern den Bau von Datenanwendungen ohne eigene Frontend-Programmierung erlaubt.
Was Streamlit leistet
Streamlit stellt eine quelloffene Python-Bibliothek bereit, mit der sich aus Jupyter-Notebooks in wenigen Codezeilen interaktive Web-Apps und Dashboards erzeugen lassen. Data Scientists nutzen das Werkzeug, um Analysen und Modelle zu präsentieren, ohne dafür eine separate Web-Anwendung programmieren zu müssen. Die Community rund um das Projekt gilt in der Data-Science-Szene als aktiv und schnell gewachsen.
Snowflakes Strategie
Snowflake betreibt eine Cloud-Plattform für Data Warehousing und Analytics und tritt damit gegen etablierte Anbieter wie AWS, Microsoft Azure, Google Cloud und Alibaba an. Das Unternehmen ging im Herbst 2020 mit einer Bewertung von rund 80 Milliarden US-Dollar an die Börse und zählt Konzerne wie BlackRock und Instacart zu seinen Kunden. Mit Streamlit will Snowflake Datenanalyse auch für einzelne Fachleute und kleinere Teams zugänglicher machen, statt sie auf große Data-Engineering-Abteilungen zu beschränken.
Reaktion der Streamlit-Gründer
Adrien Treuille, Mitgründer und Chef von Streamlit, betonte nach Bekanntgabe des Deals, die Community aus Entwicklerinnen, Open-Source-Beitragenden und Kreativen sei das Fundament des bisherigen Erfolgs. Streamlit soll nach der Übernahme quelloffen bleiben, ein Punkt, der in der Open-Source-Szene aufmerksam verfolgt wurde.
Wettbewerb um Datenplattformen
Snowflake konkurriert im Markt für Datenplattformen unter anderem mit Databricks. Übernahmen kleinerer, aber in der Entwicklerszene populärer Werkzeuge gehören für Cloud-Anbieter seit einigen Jahren zur gängigen Strategie, um Nutzerinnen und Nutzer direkt in der eigenen Plattform zu halten.
Kein Einzelfall
Der Kauf ist nicht die einzige Übernahme dieser Art: Cloud-Datenanbieter kaufen wiederholt kleinere Analyse- und Visualisierungswerkzeuge auf, um ihr Angebot zu erweitern. Für Streamlit-Nutzerinnen und Nutzer ändert sich zunächst wenig, das Werkzeug bleibt frei verfügbar und wird parallel zur Integration in Snowflakes Plattform weiterentwickelt.
