Rare hat im September 2019 das Inhaltsupdate Smuggler’s Fortune angekündigt und damit den ersten Premium-Shop samt Echtgeldwährung ins Piraten-Abenteuer gebracht. Das Pirate Emporium und die Währung Ancient Coins kamen nicht als zeitlich begrenzte Aktion, sondern als feste Bestandteile des Spiels. Bislang verdienten Spieler ihre Kosmetik allein über Spielzeit. Jetzt kommt ein zweiter Weg dazu, der sich direkt bezahlen lässt. Wie viele Leute mittlerweile an Bord sind, zeigt die Zahl von über zehn Millionen Spielern bei Sea of Thieves.
Finanziert hatte sich der Titel seit dem Start im März 2018 über den Spieleverkauf und über Xbox Game Pass, ganz ohne eigene Mikrotransaktionen. Mit dem Pirate Emporium baut Rare nun eine laufende Einnahmequelle auf, die neben den kostenlosen monatlichen Updates steht und das Spiel als Service auf Dauer finanzieren soll.
Ancient Coins und das Pirate Emporium
Der Shop ist über das Hauptmenue und an den Außenposten erreichbar und verkauft ausschließlich kosmetische Inhalte. Bezahlt wird mit Ancient Coins. Die Währung gibt es in Paketen über den Microsoft Store oder direkt im Spiel gegen echtes Geld. Wer nicht zahlen will, kommt über die neuen Ancient Skeletons an Coins. Diese seltenen Gegner tauchen zufällig auf Inseln auf, und nach dem Sieg bekommt die komplette Crew Ancient Coins, ohne dass der Betrag unter den Spielern geteilt wird.
Zum Start gibt es unter anderem Tierbegleiter, zusätzliche Emotes und Schiffssets. Erstmals ziehen damit Haustiere in Sea of Thieves ein, nämlich Affen und Papageien in je zwei Varianten. Mit demselben Update kam außerdem der Black Market von Duke, über den früher zeitlich begrenzte Kosmetik gegen die im Spiel verdiente Währung Dublonen angeboten wird. Pirate Emporium und Black Market bleiben laut Rare beide dauerhaft.
Was sich am Bezahlmodell ändert
Rare stellt klar, dass die Inhalte des Pirate Emporium rein kosmetisch sind und weder das Spielgeschehen noch die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen. Das Studio trennt also spielerische Vorteile von käuflichen Inhalten, ein Vorgehen, das man aus vielen Service-Spielen kennt. Die kostenlosen monatlichen Updates laufen wie gehabt weiter und kommen unabhängig vom Shop.
Wirtschaftlich interessant ist, dass Ancient Coins eine wiederkehrende Einnahmequelle schaffen, anders als einmalige Verkäufe oder Abo-Erlöse. Wie viel davon am Ende zum Umsatz beiträgt, sagt Rare öffentlich nicht. Dass der Shop fest verankert ist und nicht nur eine Aktion für ein paar Wochen, spricht aber dafür, dass das Studio das Modell zum festen Teil der weiteren Entwicklung von Sea of Thieves machen will.
