Sophos gibt Sandboxie ab sofort komplett kostenlos ab. Mit der am 10. September 2019 veröffentlichten Version 5.31.4 entfällt die Lizenzpflicht: Alle Funktionen, die bisher zahlenden Nutzern vorbehalten waren, stehen ohne Aktivierungsschlüssel zur Verfügung. Das Unternehmen kündigt zugleich an, das Windows-Tool zu einem Open-Source-Projekt zu machen.
Sandboxie stellt eine Sandbox bereit, in der Programme isoliert vom Betriebssystem laufen. Geschriebene Dateien, Registrierungsänderungen und andere Seiteneffekte bleiben in der Sandbox gefangen und lassen sich verwerfen, ohne Spuren im System zu hinterlassen. Ein Demo-Video des offiziellen Sandboxie-Kanals zeigt die Isolation im Ablauf.
Bislang war Sandboxie in einer funktionsreduzierten Freeware- und einer kostenpflichtigen Vollversion getrennt. Bezahlnutzer erhielten etwa das Erzwingen der Sandbox-Ausführung für bestimmte Programme und die Möglichkeit, mehrere Sandboxes parallel zu nutzen. Mit 5.31.4 streicht Sophos diese Trennung vollständig. Auch Bestandskunden mit gültiger Lizenz sollen auf die neue uneingeschränkte Version wechseln, um weitere Aktualisierungen zu erhalten.
Open-Source-Umstellung und Community-Support
In einer Ankündigung im offiziellen Sophos-Community-Forum schreibt das Unternehmen, Sandboxie sei nie ein wesentlicher Geschäftsbereich von Sophos gewesen. Der einfachste Weg wäre ein Auslaufenlassen gewesen; stattdessen gebe man das Werkzeug an seine Nutzer zurück. Details zur Open-Source-Umstellung will Sophos nachreichen, sobald die Planung steht. Der Support wird community-basiert, Entwickler aus dem Sandboxie-Umfeld sollen direkt beteiligt sein.
Für Entwickler und Sicherheitsteams bleibt Sandboxie damit ein Werkzeug, um verdächtige Programme, ungeprüfte Build-Skripte oder unbekannte Dateien ohne Rechnerinfektion zu testen. Die Unterstützung reicht von Windows 7 bis Windows 10, ältere Versionen bis 5.22 bieten darunter hinaus noch Windows-XP-Kompatibilität. Passend dazu hatte Microsoft nur Tage zuvor im September-Patchday 2019 kritische Lücken in Windows geschlossen, was die Nachfrage nach Isolationstechnik auf dem Desktop zusätzlich erhöht.

