Der Entwickler Thomas Leister hat am 7. September 2019 eine Anleitung veröffentlicht, die zeigt, wie sich das Open-Source-Backup-Tool Restic mit den Storage Boxes von Hetzner koppeln lässt. Für Teams, die eigene Spieleserver, Build-Systeme oder Entwicklungsumgebungen betreiben, beschreibt der Beitrag einen vollständigen Weg zu verschlüsselten, geografisch getrennten Sicherungen ohne teure Premium-Speicherdienste.
Restic verschlüsselt und dedupliziert Datensicherungen clientseitig, bevor sie auf dem Zielspeicher landen. Hetzner stellt die Storage Boxes als günstige Netzwerkspeicher für Server- und Desktop-Backups bereit, die sich über mehrere Protokolle ansprechen lassen. Leister setzt in seiner Anleitung auf SFTP und verzichtet auf alternative Zugriffsmethoden wie Samba, die laut seiner Empfehlung deaktiviert bleiben können.
Vorbereitung der Storage Box über SSH
In den Einstellungen der Storage Box muss dafür das SSH-Protokoll zur Datenübertragung aktiviert werden. Danach mountet Leister die Box lokal über sshfs, legt ein .ssh-Verzeichnis mit einer authorized_keys-Datei an und registriert dort den Public Key des zu sichernden Servers. Für den Schlüssel empfiehlt er ssh-keygen -t ed25519 ausdrücklich ohne Passwort, damit der nächtliche Backuplauf ohne manuelle Passworteingabe durchläuft. Eine SSH-Config unter /root/.ssh/config mit Benutzerkennung und Port 23 hält die Verbindungsparameter kompakt.
Backup-Skripte mit getrennter Konfiguration
Das eigentliche Backup-Skript liest Speicherort und Archivpasswort aus einer separaten Datei resticenv.sh mit den Umgebungsvariablen RESTIC_REPOSITORY und RESTIC_PASSWORD. Leister begründet die Trennung mit dem bequemeren Umgang bei manuellen Eingriffen oder einem Restore. Nach einem einmaligen restic init steht das Archiv in der Storage Box, und ein Cronjob kann das Skript mit den definierten Pfaden, etwa /var/www, /home, /etc und /root, regelmäßig ausführen.
Der Ansatz richtet sich an kleine Teams und Einzelpersonen, die ihre Infrastruktur selbst verwalten. Woher die Notwendigkeit solcher Sicherungen kommt, zeigte 2017 der Datenverlust bei GitLab.com, als ein fehlgeschlagener Speichertest Produktivdaten löschte und nur Backups weiterhalfen. Für Betrieb und Qualitätssicherung ist ein reproduzierbarer Restore damit der eigentliche Maßstab, an dem sich jedes Backup-Setup messen lassen muss.

