Auf der Tokyo Game Show hat Microsoft am 23. September 2009 die Rückendeckung zahlreicher Publisher für Project Natal verkündet, die controllerfreie Eingabetechnik für die Xbox 360. Drei Monate nach der ersten Vorstellung auf der E3 im Juni 2009 bringt der Konzern die Sensortechnik damit als Plattform in Stellung, die Spiele per Kamera, Tiefensensor und Mikrofon ohne Eingabegerät steuerbar macht. Don Mattrick, Senior Vice President für den Bereich Interactive Entertainment Business, beschrieb die Technik als Werkzeug, das Entwicklern und Autoren die Freiheit gebe, neue Spielerfahrungen zu entwerfen.
Wie die Steuerung ohne Controller funktioniert
Nach Angaben von Microsoft steckt in Project Natal eine RGB-Kamera, ein Tiefensensor und ein Mikrofon-Array, dazu kommt eigene Software. Aus dem Zusammenspiel dieser Teile liest das System Bewegungen, Gesten und Sprache des Spielers aus und macht daraus Eingaben. Das klassische Gamepad als Schnittstelle zwischen Mensch und Konsole fällt weg. Gedacht ist die Technik für die bestehende Basis der Xbox 360, die Microsoft auf der Messe mit rund 20 Millionen Mitgliedern im Dienst Xbox LIVE angab. Ein fertiges Produkt war die Sensoreinheit zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Sie befand sich in der Entwicklung und wurde Studios als Plattform für kommende Titel zugänglich gemacht.
Wer in Tokio hinter der Technik stand
Microsoft listete eine Reihe von Drittanbietern auf, die an Inhalten für Project Natal arbeiteten: Activision Blizzard, Bethesda Softworks, Capcom, Disney Interactive, Electronic Arts, Konami, MTV Games, Namco Bandai, Sega, Square Enix, THQ und Ubisoft. Diese Firmen standen laut Microsoft für mehr als 70 Prozent des Drittanbieter-Umsatzes mit Konsolensoftware. In einer Gespraechsrunde in Tokio meldeten sich mehrere Branchenvertreter zu Wort. Keiji Inafune von Capcom sagte, Project Natal werde die Möglichkeiten des Spielens erweitern, Yves Guillemot von Ubisoft beschrieb den Koerper selbst als Schnittstelle. Peter Moore von EA Sports verwies darauf, dass sich die Art ändern könne, wie Spieler Sporttitel erleben. Mit dabei waren in Tokio außerdem die japanischen Entwickler Toshihiro Nagoshi von Sega und Hideo Kojima von Konami.
