PowerToys kehren zurück: Microsoft veröffentlicht die erste Vorschau für Windows 10

Microsoft hat die erste Vorschau der neuen PowerToys für Windows 10 freigegeben. Die Werkzeugsammlung, die in der Windows-9x-Ära als Konfigurationsklassiker bekannt war, kehrt als quelloffenes Projekt zurück: Am 5. September 2019 veröffentlichte Microsoft die Vorabversion 0.11.0 mit Quellcode auf GitHub, wie Golem am 9. September 2019 berichtete. Interessierte Entwickler sollen Code beisteuern können, ambitionierte Anwender können die Vorschau bereits installieren.

Nach der Installation erscheint ein PowerToys-Symbol in der Infobox der Taskleiste, darüber sind die Einstellungen direkt erreichbar. Die Projektseite auf GitHub beschreibt die Sammlung als Werkzeuge für erfahrene Nutzer, die mehr Effizienz aus der Windows-10-Oberfläche holen und sie an den eigenen Workflow anpassen sollen.

Logo der neuen PowerToys-Vorschau für Windows 10 - Bild: Microsoft, GitHub-Repository PowerToys

FancyZones und Überlagerung für Tastenkürzel

Zur Premiere gehören zwei Module. FancyZones ordnet Fenster in frei definierte Zonen auf dem Schreibtisch: Beim Ziehen wird das Fenster in die Zone vergrößert und positioniert, beim ersten Start bietet Microsoft diverse Layoutmuster an. Die Funktion erfordert per Benutzerkontensteuerung höhere Rechte, weshalb die Powertoys diese beim Start anfordern.

Das zweite Modul zeigt eine Überlagerung mit Tastenkürzeln für den gesamten Desktop und die jeweils aktive Anwendung. Aktiviert wird sie durch Halten der Windows-Taste für eine Sekunde. Zum Vergleich: Eigentlich unterstützt Microsoft diese Hilfe auch über die Alt-Taste, Office-Anwendungen nutzen eine eigene Overlay-Variante, und ältere Programme mit klassischem Menü unterstreichen in der Menüstruktur nur den Buchstaben des Kürzels.

Entwicklung auf GitHub, Signatur noch extern

Der Quellcode liegt öffentlich auf GitHub bereit,beiträge sind über Pull Requests nach Annahme der Microsoft-Contributor-Lizenzvereinbarung möglich. Die Vorschau trägt die Versionsnummer 0.11.0. Der Microsoft-Installer ist in dieser ersten Version mit einer Signatur von Janea Systems versehen; künftige Versionen will Microsoft selbst signieren.

Der Schritt passt in Microsofts Öffnungskurs bei Entwicklungswerkzeugen, der zuvor bereits Visual Studio Code als Open Source und MSBuild auf GitHub gebracht hatte. Für Entwickler, die ihre Windows-Arbeitsplätze für Spieleentwicklung, Qualitätssicherung oder Content-Produktion einrichten, sind die Fensterlayout- und Kürzel-Werkzeuge ein direkter Produktivitätsgewinn; weitere Module wie ein Batch-Umbenenner oder ein Bildschirmrekorder standen im Projektbacklog.

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